Mythos …

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Rezension von Diane Jordan

Wölfe sind schon schon seit langen Zeiten  faszinierende Tiere. Zahlreiche Mythen , Sagen, Märchen und Geschichten werden von Generation zu Generation weitergegeben. Denkt nur an Rotkäppchen und der böse Wolf, den Klassiker :-). Aber auch in der Literatur ist der Wolf  immer wieder zu finden. Mich begeistern diese Tiere und deshalb verschlinge ich alle Texte die ich finden kann- Oft besuche ich auch unseren nahegelegenen Wildpark mit neuem Wolfsgehege und erfreue mich an den scheuen Tieren.

Der Roman „Bei den Wölfen“ von Sarah Hall fiel mir durch das hervorragende Cover sofort ins Auge. Eine Lektüre ganz nach meinem Geschmack, wären dort nicht so viele wissenschaftliche Ausdrücke, die den Lesespass etwas trüben. Die Protagonistin Rachel ist sowohl naturverbunden, abenteuerlustig und dabei aber weltoffen. Eine Powerfrau sondergleichen, faszinierend und geheimnisvoll wie die Wölfe und zu der Zeit sehr ungewöhnlich. Ehrgeizig und teamfähig dazu. Der Sprachjargon im Buch ist rau wie die abgeschiedene Landschaft und teilweise etwas vulgär, dass passt meiner Meinung nach ganz gut zum Roman und macht die Geschichte authentisch. So stellt man sich das Leben in der Wildnis und unter Männer vor. Bilder blitzen vor meinem inneren Auge auf, denn England und Schottland habe ich selber schon bereist und dort fotografiert. Grandios dazu die detaillierten Beschreibungen der An- und Umsiedlung der Wölfe. Wer intensive Naturbeschreibun-gen liebt, wird begeistert sein.

Aber lest selber:

 Inhalt:

Eine starke Frau zwischen Wildnis und Zivilisation – „Sarah Halls Prosa ist meisterhaft.“ Chicago Tribune

Eigentlich wollte Rachel Caine nie mehr nach England und zu ihrer schwierigen Familie zurück. Die Wolfsexpertin lebt seit zehn Jahren in Amerika und geht in ihrer Arbeit auf. Doch dann stürzt das Angebot eines einflussreichen Lords, auf seinen Ländereien ein Wölfspärchen anzusiedeln, sie in Konflikte. Aber zu ihrer eigenen Überraschung sind ihre Heimkehr, eine ungeplante Schwangerschaft und die intensive Arbeit in der wilden Landschaft des Lake District die beste Medizin für ihre Seele. Sie kann sich sogar vorsichtig auf eine neue Liebe einlassen und kommt zur Ruhe. Bis ein unvorhergesehenes Ereignis die eigentlichen Motive ihres Arbeitgebers entlarvt.

In Sarah Halls außergewöhnlichem Roman verbinden sich eine lyrische und zugleich kraftvolle Sprache, starke und ungewöhnliche Bilder, vielschichtig-kantige Figuren sowie ein attraktives Thema zu einem Leseerlebnis der Extraklasse.

Die Autorin:

Sarah Hall, Jahrgang 1974, studierte Literatur an der schottischen Universität St. Andrews. Sie hat bisher fünf Bücher veröffentlicht, die alle mit bedeutenden Preisen und Stipendien ausgezeichnet und von der Kritik bejubelt wurden. Feministische Themen und intensive Naturbeschreibungen verbinden sich in ihrem Werk, das in zwölf Sprachen übersetzt ist, auf überraschende, ungewohnte Weise. Sarah Hall lebt mit ihrer Familie in Norfolk.

Fazit: 4 Sterne**** für die wilden Tiere und ihre aufregende Flucht.

„Bei den Wölfen“ ist im Albr.- Knaus Verlag erschienen. Die gebundene Ausgabe hat 448 Seiten und kostet 19,99 Euro.

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Drama, Baby Drama!

Weil du mich liebst …

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Rezension von Diane Jordan

Der Verlust von nahestehenden Menschen ist oft tragisch. Wie soll man mit dem „Verlorengehen“ umgehen? Trauerbewältigung sagt sich so einfach, aber die Umsetzung und die Auseinandersetzung damit ist soooooo schwer. Man verkriecht sich in sein Schneckenhaus… Reden, Schreiben oder ein wenig Ablenkung würde helfen, aber man mag einfach nicht. Der Roman „Weil du mich liebst“ von Eliza Graham geht sehr zu Herzen und ich habe beim Lesen mehrfach die Tränen runterschlucken müssen. Und später habe ich sogar die Taschentücher zücken müssen. Trotzdem ist es irgendwie nicht richtig rund und durchdacht. Einige Dinge haben mich beim Lesen irritiert und auch gestört. Es mag am Februar mit seinem schlechten Wetter, meiner hartnäckigen Grippe und am Buch liegen. Irgendwie ist der Funke der Lektüre nicht richtig übergesprungen. Und so war es für mich ein zäher Lesespass. Vielleicht wäre ich mit einer luftig, leichten Liebesgeschichte, die ein wenig wie das Cover aussieht, einfach besser dran gewesen. Aber lest selber:

Aus dem Inhalt:

Seit einem schrecklichen Verlust ist Minna Byrne gefangen in ihren schmerzhaften Erinnerungen. Erst die aufblühende Freundschaft zu der sechzig Jahre älteren Felix gibt ihr neuen Lebensmut. Denn Felix erzählt ihr die wundersame Geschichte ihrer Jugend: von einer großen Liebe zwischen einem jungen amerikanischen Soldaten und Felix´ Schwester, die in einer einzigen dramatischen Nacht tragisch endete. Felix´ Geheimnis gibt Minna endlich den Mut zu sagen: „Tom – mein Ehemann, Geliebter, Freund, Vertrauter – zieht mich sanft zurück ins Hier und Jetzt.“

Die Autorin:

Eliza Graham ist Autorin und Journalistin. Für ihren ersten Roman Weil du mich liebst suchte sie über fünf Jahre lang einen Verleger, bis er mit großem Erfolg in England erschien. Auch in Deutschland eroberte sie damit die Bestsellerlisten. Eliza Graham lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihrem Hund in Oxfordshire, nordwestlich von London.

 Fazit: 3 Sterne*** weil es mir nicht richtig gelungen ist, mich auf den Roman einzulassen.„Weil du mich liebst“ ist im Blanvalet Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 416 Seiten und kostet 9,99 Euro.

Das müsst ihr wissen …

 

Wo die ungesagten Worte bleiben …

Rezension Diane Jordan

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Ein altes Gebäude, düstere Familiengeheimnisse in einem abgewetzten, usseligem Koffer, Krieg, Liebe und Tod, dass ist der Stoff aus dem dieser wundervolle Roman besteht. Die deutsche Besetzung Frankreichs, der Schrecken des Krieges, die Ausweglosigkeit und „Sein, was eigentlich nicht Sein darf“, nämlich sich in seinen Feind zu verlieben. Die Protagonisten Audrey und Rudolf perfekt gewählt, der Inhalt mitreißend geschrieben. Frankreich – Deutschland…. Ich leide und ich liebe mit, spannend geschrieben bis zur letzten Seite. Welche Geheimnisse birgt der Koffer? Was ist damals passiert? Gab es ein Happy End? Oder, ist das Grauen gar Realität geworden? Fragen über Fragen???? Wer-weiss-was? Marie Jansen inszeniert ein grandioses Lesevergnügen und ich lese, lese und lese, bis ich endlich alles herausgefunden habe ;-), denn ich bin chronisch neugierig und will das Ende unbedingt wissen!

Aus dem Inhalt:

In finsteren Zeiten leuchtet die Liebe am hellsten

Frankreich 1940. Als deutsche Soldaten das kleine Dorf Paimpont besetzen, verliebt sich die junge Französin Audrey ausgerechnet in den Sohn des Oberstleutnant, Rudolf. Ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Rudolf scheint in die dunklen Machenschaften seines Vaters verwickelt zu sein. Was verbirgt er vor ihr?

Viele Jahrzehnte später stößt die Architektin Sabine in einem sagenumwobenen Château in Frankreich auf einen Koffer mit einem blutgetränkten Brautkleid und einigen Filmrollen, auf denen eine junge Frau zu sehen ist. Sie beginnt zu recherchieren und stößt auf ein unglaubliches Geheimnis, das sie bald in Gefahr bringt …

 Über die Autorin:

Marie Jansen ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die zuvor erfolgreich exotische Sagas veröffentlicht hat. Mit Als wir Schwestern waren erfüllt sie sich den Wunsch, eine große Familiengeschichte zu erzählen. Die Autorin lebt mit ihrer Familie und ihren Pferden in Norddeutschland.

Fazit: ***** Grandios :-), ich ziehe meinen Hut „Chapeau!“ und freue mich schon auf das nächste Buch, dieser großartigen Schriftstellerin.

„Wo die ungesagten Worte bleiben“ ist im Blanvalet Taschenbuch Verlag erschienen. Es hat 416 Seiten und kostet 9,99 Euro.

 

… von der Lippe …

Beim Dehnen singe ich Balladen:

Geschichten & Glossen

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Rezension Diane Jordan

Dem Lipper eilt sein Ruf voraus… Ich muss es wissen, denn ich habe viele Jahre meiner Kindheit und Jugend in dieser Gegend verbracht. Sparsam sind sie und humorlos! Wirklich??? Jürgen von der Lippe, ist ein gutes Beispiel, dass die Lipper teilweise urkomisch sind. J Und wer mich kennt, … aber lassen wir das!

Ich bin jedenfalls ein großer Fan, dieses meisterhaften Spassvogels und seiner Pointen, Anekdoten und scharfzüngigen Glossen. Aber Achtung: Nach der Lektüre tut euch der Unterkiefer, eure Gesichtsmimik, das Zwergfell und wahrscheinlich auch ein Teil des Bauches weh ;-), diese Teile werden jedenfalls arg beansprucht und wer länger nicht gelacht hat, sollte das wissen. Auch merkwürdige Blicke aus der Umgebung sollte man einkalkulieren, wenn man liest und plötzlich unkontrolliert laut loslachen muss!

Aus dem Inhalt:

„Macht die Hose mich dick?“ „Schatz, ehrlich gesagt: Die Hose hat damit nichts zu tun!“

Sie sind böse, sie sind abgründig, sie sind dreist und blitzgescheit, vor allem aber überraschend und schmerzhaft komisch: die neuesten Kurzgeschichten und Glossen von Altmeister Jürgen von der Lippe, der sich einmal mehr selbst übertroffen hat.

 Über den Autoren und andere Mitwirkende:

Jürgen von der Lippe, Jahrgang 1948, ist seit Jahrzehnten als erfolgreicher Comedian und Moderator auf Bühnen und im Fernsehen unterwegs. Er lebt in Berlin und ist unter anderem Träger des Bambi, des Grimme-Preises und der Goldenen Kamera.

Fazit: ***** Zwergfellstrapazierend 😉 und auch ohne Mimik, Gestik, einfach nur durch den Sprachwitz von Jürgen von der Lippe superlustig!!!

Das Taschenbuch „Beim Dehnen singe ich Balladen“ ist im Albrecht Knaus Verlag erschienen. Das Buch hat 224 Seiten und kostet 9,00 Euro.

 

Farbspuren – Was übrig bleibt …

Charlotte

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Rezension Diane Jordan

Kunst, Musik und Literatur begeistern mich ;-). Ich liebe historische Erzählungen und Biographien. Der Roman der jungen Malerin “Charlotte“ von David Foenkinos hat mich schnell sehr stark berührt und in den Bann gezogen. Er regt sehr zum Nachdenken an und berührt mich. Mein Tipp: Taschentücher bereitlegen! Und ich stelle mir viele Fragen??? Welche Spuren hinterlassen wir? Was bleibt übrig, wenn wir diesen schönen Erdball verlassen? Was wäre aus Charlotte geworden, wenn sie nicht so tragisch ermordet worden wäre? Was???

Pinsel, Farbe, Bilder, Koffer – das ganze kurze Leben zusammengepresst, in der Hoffnung Spuren zu hinterlassen! Die Hintergründe, das Schöne, aber auch das Grauen werden vom französischen Autoren David Foenkinos so geschildert, als wäre er selbst dabei gewesen beziehungsweise wäre Charlotte sogar persönlich begegnet. Selten hat mich ein Buch so traurig gemacht. Und ich möchte mir gerne ihren Stolperstein in Berlin-Charlottenburg, in der Wielandstrasse 15 ansehen und in Gedenken innehalten.

Aber lest selbst….

Aus dem Inhalt:

»Das ist mein ganzes Leben« – mit diesen Worten übergibt Charlotte einem Vertrauten 1942 einen Koffer voller Bilder. Sie erzählen ihre viel zu kurze Geschichte: von der Kindheit im Berlin der 20 Jahre, dem frühen Tod der Mutter, dem Zugang zu Berlins Künstlerkreisen durch die neue Frau des Vaters, dem Studium an der Kunstakademie, dem Leben als Malerin. Und dann: Flucht vor den Nationalsozialisten nach Südfrankreich, Leben im Exil, aber auch Liebe und Hochzeit. Nur ihre Bilder überleben – und damit ihre Geschichte, die David Foenkinos anrührend erzählt. Charlotte ist das Porträt eines verheißungsvollen Lebens, das viel zu früh beendet wurde.

Über den Autoren und andere Mitwirkende:

David Foenkinos, 1974 geboren, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Paris. Seit 2002 veröffentlicht er Romane, darunter den Millionenbestseller „Nathalie küsst“. Seine Bücher werden in rund vierzig Sprachen übersetzt. „Charlotte“, wurde 2014 mit dem Prix Renaudot und dem Prix Goncourt des lycéens ausgezeichnet und hat sich allein in Frankreich rund eine halbe Million Mal verkauft.

Christian Kolb wurde 1970 geboren und studierte französische Literatur und Filmwissenschaft in Berlin und Paris. Neben den Romanen von David Foenkinos übersetzte er u. a. auch Nicolas Fargues „Die Rolle meines Lebens“. Er lebt in Berlin.

 Fazit: ***** Sterne gegen das Vergessen und für die Menschlichkeit und das Mitgefühl!

Der Spiegel-Bestseller „Charlotte“ ist im Penguin Verlag erschienen. Das Buch hat 240 Seiten und kostet 10,00 Euro.