… oh là là …

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DAS HAUS OHNE MÄNNER

Rezension Diane Jordan

… ohne die Herren der Schöpfung geht es nicht und schon gar nicht in Paris. Grins 😉 Die Stadt der Liebe par excellence, in meinen Augen zumindest. Das Cover der Audio-CDs „Das Haus ohne Männer“, von Karine Lambert, zieht mich daher sofort magisch an. Eine farbenfrohe, pastellfarbige Hausfassade mit sechs Fenstern, die angedeutet Einblicke ins Wohnungsinnere gewähren. Der helle Schriftzug: „Das Haus ohne Männer“ ist bestimmt widersprüchlich und nicht wirklich ernst gemeint. Ich möchte es herausfinden und lasse mich daher auf die witzige und ungewöhnliche Geschichte mit viel französischem Flair ein. Bei TV Produktionen ist es immer interessant, worüber die Nachbarländer lachen. Und es ist schon ein Unterschied, ob der Film, das Buch oder die CD aus Deutschland, England oder Frankreich kommen. Uns Deutschen wird ja nachgesagt, dass wir zum Lachen in den Keller gehen. Grins, aber Humor ist manchmal eben auch eine Fremdsprache, die man erst nach und nach versteht, wenn man sich darauf einlässt. Ich versuche es mal, vielleicht sogar noch lieber, weil ich demnächst selber in dieser tollen Metropole mit meinem Lieblingsmenschen verweile und ich es immer faszinierend finde, wenn ich Ecken, die ich aus Büchern kenne, in der Realität wiederentdecke.

Der Roman spielt, wie könnte es anders sein, in einem Viertel von Paris. Dort gibt es interessanter Weise dann ein Haus, in dem „nur“ Frauen wohnen. Die sechs Protagonistinnen könnten kaum unterschiedlicher sein, einzig und allein, das es sich um weibliche Wesen handelt mit den unterschiedlichsten Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf auf die Liebe, eint sie. Lach, aber soooo ganz ohne Männer, geht es dann doch nicht, denn es gibt im Haus einen Stubentiger, der auf den wohlklingenden Namen „Jean- Pierre“ hört. Aber was hat Simone, Rosalie, Giuseppina, Carla, „die Königin“ oder Juliette dazu getrieben, in „Das Haus ohne Männer“ zu ziehen? Findet es heraus und genießt den Charme dieser wundervollen CDs, die Irrtümer zu Liebe und Selbstwert klar erkennen lassen, wenn man sich nur darauf einlässt. Bon Voyage J!!

Inhalt:

Der Bestseller aus Frankreich

Keine Männer – das ist die Regel. Die Bewohnerinnen eines verwunschenen Hauses mitten in Paris haben der Liebe abgeschworen. Kater Jean-Pierre ist das einzige männliche Wesen, dem sie Zutritt zu ihrer Welt gestatten. Als die junge Juliette einzieht, stellt sie das Leben der unterschiedlichen Frauen auf die Probe. Denn sie hat die Männer noch nicht aus ihrem Herzen verbannt …

Die Autorin:

Karine Lambert ist Fotografin und Schriftstellerin. Nach längeren Aufenthalten in verschiedenen Ländern lebt sie heute wieder in ihrer Geburtsstadt Brüssel. Ob in Bildern oder Worten, immer erzählt Karine Lambert von der Freude und der Liebe, von der Verletzlichkeit und den großen und kleinen Wahrheiten des Lebens. Für Das Haus ohne Männer, das in Frankreich zum Bestseller avancierte, erhielt sie den Prix Saga Café für das beste belgische Debüt.

Weitere Bücher:

Und jetzt lass uns tanzen

 

Weitere Mitwirkende:

Katrin Fröhlich (Synchronstimme)

Pauline Kurbasik (Übersetzerin)

 

Fazit: 4 ****Sterne für die humorvolle Unterhaltung, dieser tragisch schönen Geschichte.

„Das Haus ohne Männer“ ist im Random House Audio Verlag erschienen. Die vier CDs haben eine Laufzeit von zirka vier Stunden und 40 Minuten und kosten 11,95 Euro.

 

 

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Mief, Mief, Mief …

Diane Jordan

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Das PUPS – TABU

Was wirklich gegen Blähungen hilft – und dem Darm guttut

Das Lied von den Doofen „Mief“ fällt mir spontan ein, als ich dieses etwas andere Buch das allererste Mal sehe. Das Cover ist ungewöhnlich und witzig. Blähungen J Grins – Sachen gibt es und nun sogar Bücher zum Thema? Das muss ich mir mal genauer ansehen. Das PUPS-TABU von Jan Rein. Der Autor zumindest sieht sympathisch und humorvoll aus. Das Thema, na ja… Eben TABU, aber was ja nicht heissen soll, dass viele Menschen da eben ein kleineres oder größeres Problemchen haben, was eigentlich totgeschwiegen wird. Aber, unser feines Näschen verrät uns schnell den oder die Übeltäter in der Umgebung. Findet man es noch lustig und freut sich, wenn dem Baby oder eigenen Kind so ein Tönchen entweicht, wird es mit zunehmenden Alter doch unangenehm hoch 6. Und mal ganz ehrlich… Jeder von uns kennt jemanden in der näheren Umgebung, der das ein oder andere Knallgeräusch entweichen lässt. Gespannt lese ich Seite um Seite. Erfahre offen und ehrlich aus der Sicht des betroffenen Autors, was er alles unternommen hat, um den Blähbauch loszuwerden. Aber auch medizinisches Fachwissen „wie die komplizierten Vorgänge“ im Darm ablaufen und was man tun kann, damit es optimal mit der Verdauung klappt, werden dem interessierten Leser nach und nach mitgeteilt. Der Schreibstil ist leicht und flüssig und daher hier zumindest gut verdaulich! Spass muss sein! Und ich finde es mutig und beachtlich, mit dem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen. Hut ab! Besonders gut gefallen hat mir in diesem Zusammenhang, das Ernährungstagebuch des Autors sowie seine individuelle Gewürz-Zusammenstellung. Aber als angehender Ökotrophologe (Ernährungswissenschaftler) passt auch dies natürlich wieder und ergibt Sinn. Und so lernt man nach und nach, was zu einer optimalen Ernährung gehört und wie Blähungen vermieden oder zumindest reduziert werden können. Viele dieser Methoden waren mir vorher nicht wirklich klar und ich habe sie, „ohne groß darüber nachzudenken“, intuitiv richtig gemacht. Für meine Kinder hatte ich damals, als sie noch Kleinkinder waren, Paderborner PUPS Tropfen. Die waren homöopathisch und haben super-gut geholfen. Aber da jeder Mensch individuell ist und was dem einen hilft, bei dem anderen längst nicht zum gewünschten Ergebnis führt, muss eben alles ausprobiert werden, bis man am Ziel ist.

Und ein Arzt hat einmal zu mir gesagt, „Wer heilt hat Recht“, egal wie und mit welchen Mitteln. Ich war immer eher der Typ pflanzlich anstatt chemisch. Und das habe ich innerhalb meiner Familie auch immer so vertreten. Also Problem erkannt, Problem gebannt. Sei es bei lästigen und peinlichen Blähungen oder aber gar anderem Übel. Passt gut auf euch auf, habt Spass mit diesem Buch und den enthaltenen Tipps und setzt es gegebenenfalls auch um.

Inhalt:

Über Blähungen spricht man nicht? Vor allem nicht, wenn man selbst darunter leidet? Jan Rein bricht dieses Tabu. Offen und humorvoll schildert er seine unangenehmen Erfahrungen mit heftigen Blähungen – und wie er den Blähbauch loswurde. Er erklärt die komplizierten Vorgänge, die im menschlichen Darm stattfinden, und liefert unzählige Tipps zur Optimierung der Verdauung. Diese sind allesamt sehr einfach umzusetzen und praxisnah – und das Wichtigste: Sie wirken. So kann es jedem ganz leicht gelingen, Blähungen loszuwerden.

Der Autor:

Jan Rein, geboren 1992, ist Blogger und Student der Ökotrophologie (Haushalts- und Ernährungswissenschaften). Durch leidvolle Erfahrungen mit heftigen Blähungen wurde sein Leben für über ein Jahr zur Tortur. Inzwischen lebt er völlig beschwerdefrei und gibt sein Wissen und seine Erfahrungen weiter. Er lebt mit seiner Partnerin in Gießen.

Weitere Bücher:

Das PUPS-TABU: Dein Guide zur optimalen Verdauung

Fazit: 4**** “das PUPS-TABU“ ist im HEYNE Verlag erschienen und beschreibt humorvoll über dieses „NO-Go“ in der Gesellschaft und wie Abhilfe geschaffen werden kann. Das Taschenbuch hat 304 Seiten und kostet 9,99 Euro.

 

 

 

Realitätsverlust …

In ewiger Schuld

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Schuld? Was ist das eigentlich? Und „In ewiger Schuld“, kann man das überhaupt sein? Ich werde es herausfinden, denn mein neuster Thriller befasst sich genau mit dieser Thematik. Das Cover ist meines Erachtens ein richtiger Hingucker. Ein Weg mit blutrotem Laub, ein paar Stufen, eine dunkle geöffnete Tür. Mein Blick wird magisch gelenkt und die ganze Szene wirkt schon etwas düster und dramatisch. Ich spüre das Unheil, zumindest bilde ich es mir ein. Mein Bauchgefühl sagt mir, dasssss wird spannend und ich werde nicht enttäuscht. Der neue Harlan Coben ist großartig. Der Einstieg gelingt mir leicht, denn es beginnt dramatisch. Die Szenen werden gut und detailreich beschrieben. Der Schreibstil des Autors gefällt mir ausgesprochen gut und ist recht flüssig. Der stetig wachsende Spannungsaufbau und auch die Kurven sind einem Thriller angemessen. Ich bin mitten im Geschehen und verfolge Seite um Seite die Handlung, des dicken Wälzers, die immer weiter Fahrt aufnimmt. Ein wenig erinnert mich das Ganze an CSI-Miami, was ich hin und wieder im TV ansehe und ähnlich aufregend finde, da ich ja eine Vorliebe für Crime habe. „In ewiger Schuld“ könnte, meiner Meinung nach, auch gut verfilmt werden, denn die einzelnen teilweise dramatischen Szenen könnte ich mir auch gut als TV-Produktion oder im Kino vorstellen. Mein Kopfkino springt, wie immer an. Und ich lese begeistert und überlege, was der „Wahrheit“ entspricht oder eben dem kranken Hirn eines Mörders. Ich lese wie immer im Hellen, damit mich hinterher keine „schlaflosen“ Nächte oder auch Albträume quälen. Oder aber noch schlimmer, ich mich vor dem nächsten unbekannten Geräusch erschrecke. Denn ich als viellesende Krimi-Tante bin manchmal etwas ängstlich, vor allem wenn ich eine dicke Spinne entdecke ;-). Nichts desto trotz, die Protagonisten des Krimis sind trefflich gewählt, der Plot ist gut durchdacht und wirkte auf mich auch nicht konstruiert. Manchmal ist das ja leider der Fall und dann geht eine gute Idee nach hinten los. Oder als Leser möchte man dazwischen funken und es selber neu schreiben, Grins, diese Ideen hatte ich bei dieser Lektüre allerdings nicht. Die hat mir ausgesprochen gut gefallen, da Action und auch überraschende Momente nicht vergessen wurden. Und nun frage ich mich, ob ich mich schuldig mache, wenn ich euch das Ende nicht verrate? Lest bitte selber, Mea Culpa ;-).

Inhalt:

Maya – Pilotin und nach einem umstrittenen Einsatz aus dem Militär entlassen – blickt fassungslos auf die Filmaufnahmen ihrer Nanny-Cam: Dort spielt ihre kleine Tochter seelenruhig mit Mayas Ehemann Joe. Doch Joe wurde zwei Wochen zuvor brutal ermordet – und Maya hat tränenblind an seinem Grab gestanden. Kann Maya ihren Augen trauen? Wer würde sie so grausam täuschen? Und was geschah wirklich in der Nacht, in der Joe ermordet wurde? Um Antworten auf all ihre Fragen zu finden, muss Maya sich den düsteren Geheimnissen nicht nur ihrer eigenen Geschichte stellen. Sie muss auch tief in die Vergangenheit von Joes reicher Familie eintauchen. Doch dort ist sie plötzlich nicht mehr willkommen …
 

Der Autor:

Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren. Nachdem er zunächst Politikwissenschaft studiert hatte, arbeitete er später in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seine Thriller wurden bisher in über 40 Sprachen übersetzt und erobern regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. Harlan Coben, der als erster Autor mit den drei bedeutendsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet wurde – dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award – gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren seiner Generation. Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in New Jersey.

Weitere Bücher:

Kein Sterbenswort, Das Grab im Wald, Ich schweige für dich, Böses Spiel, Kein Lebenszeichen, kein böser Traum, Keine zweite Chance.

 Fazit: 5 *****Sterne für diesen großartigen Thriller, der Spannung bis zur letzten Seite verspricht und auch hält. Meiner Meinung nach, genau das richtige Buch, für den nahenden Herbst. „In ewiger Schuld“ ist im Goldmann Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 416 Seiten und kostet 14,99 Euro.

 

 

 

Gespaltene Gemüter…

Praxisbuch

Kreative Naturfotografie

Naturmotive mit anderen Augen sehen

Rezension von Diane Jordan

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… erzeugt das Praxisbuch „Kreative Naturfotografie“ bestimmt. Und ich gebe zu, dass ich noch vor einigen Jahren gedacht oder auch gesagt hätte: „Sind die gezeigten Fotos des vorliegenden Buches für die Tonne oder was soll das?“ Denn Naturmotive mit anderen Augen sehen und auch fotografieren muss man erst lernen. Und ich kann euch aus Erfahrung sagen, dass   d a u e r t J. Es ist ja auch ein wenig paradox, erst lernt man die wichtigsten Regeln, um ein „gutes“ Foto zu machen und dann wirft der kreative und bekannte Fotograf Daan Schoonhoven mit seinem Werk alles wieder über den Haufen. Lässt man sich dann nach und nach auf das Gezeigte und Geschriebene ein, sieht man außergewöhnliche Dinge und schult auch seine eigenen Augen für besondere Motive. Es ist nicht einfach und zeitlich zieht es sich auch und „peng“ auf einmal sieht man sie. Die ungewohnten Perspektiven. Ein tolles und berauschendes Gefühl sage ich euch. Man wird förmlich süchtig und möchte häufiger solche Aufnahmen machen. Aber das ist schwierig, denn das Licht oder auch das Wetter spielen oft nicht so recht mit oder man rennt selber betriebsblind durch die Gegend. Besonders gut haben mir daher die Tipps zu Farben und Formen der Natur als Bildgestaltungsmittel gefallen. So habe ich auch angefangen, denn dass geht sogar im heimischen Garten oder auch im Wald. Aber auch das Spiel mit Schärfe und Unschärfe als Stilmittel fand ich klasse. Mit dem Verfremden einiger Motive tue ich mich selber noch schwer, dass gelingt meinem ebenfalls fotobegeisterten Ehemann deutlich besser. Der ist da ein wahrer Meister 😉 grins, jedenfalls in meinen verliebten Augen. Das Buch hat einen guten Aufbau. Schnell findet man sich in den Kapiteln zurecht und kann so auch gut etwas nachschlagen, um es noch einmal zu vertiefen. Und so lernt man viel zu Sehweise, Komposition, Abstraktion, Bewegung, Licht und Equipment, alles fein in einzelnen Praxis – Workshops veranschaulicht. Ich bin unterdessen fotografisch an diesem Punkt, an dem alles schon einmal dagewesen ist. Neues muss her und daher finde ich dieses Buch faszinierend. Die Techniken der gezeigten Buch-Aufnahme werden verraten, was ganz praktisch ist. Denn wir/ ich wollen ja das Rad nicht immer neu erfinden und nehmen daher die „neue“ fotografische Rezeptur gierig und dankend auf. Also schaut bitte mal rein, es lohnt sich! Und vielleicht schreibt ihr mir mal, wie es euch gefallen hat und ob ihr schon das eine oder andere kreative Naturfoto gemacht habt?!

Aus dem Inhalt:

– Stil und Vision entwickeln
– Muster, Linien, Formen
– Farbe und Schwarzweiß
– Kompositionsregeln brechen
– Abstraktion und Verfremdung
– Lange Belichtungszeiten und Bewegen der Kamera
– High Key und Low Key
– Lensbabys und Vintage-Objektive nutzen
– Mehrfachbelichtungen
– Kreative Nachbearbeitung

Der Autor:

Daan Schoonhoven ist begeisterter Naturfotograf und entwickelt schon seit über 15 Jahren Konzepte für die Naturfotografie, um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. So ist er Betreiber der niederländischen Fotografen-Communitys http://www.nederpix.nl und http://www.birdpix.nl sowie Gründer der Naturfoto-Organisationen PiXFACTORY und der Bildagentur Buiten-Beeld. Bei seiner eigenen fotografischen Arbeit bleibt Daan seiner ersten Liebe treu, der Vogelwelt. Gemeinsam mit den besten Naturfotografen der Niederlande gibt er die erfolgreiche Buchreihe der »Praktijkboeken« heraus, praxis- und lösungsorientierte Fachbücher, die der dpunkt.verlag nun auch dem deutschen Publikum in Übersetzungen zugänglich macht. Alle Titel sind von unterschiedlichen Fotografen geschrieben, die dem Leser ihr Expertenwissen vermitteln und mit ihren besten Fotos zeigen, wie man dieses in gelungene eigene Bilder umsetzt. Sie sind auch auf http://www.natuurfotografie.nl zu finden, einer weiteren von Daan betriebenen Website, wo sie Fototipps veröffentlichen und Fotoworkshops anbieten.

Fazit: 4 Sterne**** für den etwas anderen Blick und die Kreativität, die dadurch entsteht. Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, aber wie gesagt, dazu muss man erst an einen gewissen „fotografischen“ Punkt kommen. Davon bin ich jedenfalls fest überzeugt, denn bei mir war das so.

Kreative Naturfotografie – Naturmotive mit anderen Augen sehen und fotografieren ist im dpunkt. Verlag erschienen. Das Praxisbuch hat 198 Seiten und kostet 29,90 Euro.

Die Magie der Farbe …

Das saphirblaue Zimmer

Diane Jordan

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Blau, noch dazu saphirblau… Ich gerate ins träumen, denn dieser Farbe übt eine nahezu magische Anziehungskraft auf mich aus. Sei es in der Kunst, wie Picassos Blaue Phase oder aber auch in der Literatur oder als Schmuckstück. Saphirblaue Edelsteine haben etwas, das könnt ihr mir glauben, da bin ich ganz Mädchen und freue mich über das Glitzern und Funkeln. Das Cover meiner neusten Lektüre „Das saphirblaue Zimmer“ von Karen White, Beatriz Williams und Lauren Willig sieht wunderschön aus. Aber halt, was ist das? Gleich drei Autorinnen auf einmal? Ob das funktioniert? Ich bin gespannt! Durch die angedeuteten rosafarbenen Rosen und den saphirblauen Kreis mit dem hübsch geprägten Titel wirkt es wie ein verborgener Blick ins Geschehen. Hach, ich bin hin und weg. Genau so etwas fürs Herz brauche ich an diesem Wochenende. Familiengeheimnisse, Liebesglück und Leid, dieses Buch wurde für mich geschrieben, dass fühle ich genau. Denn genau so etwas möchte ich neben meiner Vorliebe für Krimis und Thriller ab und an haben. Der Plot ist großartig. Mein Kopfkino springt an und ich begegne auf meiner Lesereise drei Frauen, die faszinierender nicht sein könnten. Das Leben ist zur damaligen Zeit nicht gerade einfach und Irrungen und Wirrungen sind im Lesespass ebenfalls ordentlich vorhanden. Aber eins haben die drei gemeinsam, ihr werdet es nicht glauben ;-). Ihr Schicksal verbindet sie. Die Protagonistinnen sind, meines Empfindens nach,   sehr gut getroffen und ob man will oder nicht „liebt und leidet“ man bei allen dreien mit. Mir ging es zumindest wieder so. Und so begegne ich dem Dienstmädchen Olive, Sekretärin Lucy oder der Ärztin Dr. Kate Schuyler und schließe alle drei nach und nach in mein Herz. Denn dieses ist groß und meine romantische Ader kommt voll auf ihre Kosten. Der Schreibstil ist der Thematik angemessen und so lese ich zügig und genieße diese kleine Auszeit von meinem Leben. Tauche ein in dieses bezaubernde Buch, wie ins Wasser meiner Badewanne und bekomme Herzklopfen beim Aufklappen der letzten Seite des Buchdeckels. Warum, fragt ihr mich, nun dass müsst ihr schon selber herausfinden. Es lohnt sich. Seufz, so muss Liebe sein! …

 Inhalt:

Drei Frauen in bewegten Zeiten und ein Schicksal, das sie alle verbindet …

Manhattan 1945: Die junge Ärztin Kate Schuyler und ihr Patient, der verletzte Soldat Cooper Ravenal, fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Doch wer ist die Frau auf dem Bild in Coopers Amulett, die wie Kate aussieht? Als sich die beiden langsam näher kommen, finden sie heraus, dass ihre Familien seit Generationen durch ein tragisches Schicksal verbunden sind, das vor allem das Leben der Schuyler-Frauen bestimmt und seinen Anfang im »saphirblauen Zimmer« nahm. Dieses besondere Zimmer soll sich in einem großbürgerlichen Haus an der Upper East Side befinden und könnte auch Kate und Cooper vor ungeahnte Entscheidungen stellen …

Die Autorin und Mitwirkende:

Karen White, geboren in Amerika, wuchs gemeinsam mit ihren drei Brüdern in London auf. Die Autorin, die für ihre Romane vielfach ausgezeichnet wurde, lebt inzwischen mit ihrem Mann und ihren Kindern in der Nähe von Atlanta, Georgia.

Beatriz Williams besitzt Abschlüsse der amerikanischen Universitäten Stanford und Columbia. Während sie als Beraterin in London und New York arbeitete, versteckte sie ihre Schreibversuche zunächst auf ihrem Laptop. Mit ihren Romanen, die in über ein Dutzend Sprachen übersetzt werden, eroberte sie nicht nur die Herzen ihrer Leserinnen im Sturm, sondern auch die New-York-Times-Bestsellerliste. Heute schreibt Beatriz Williams in ihrem Haus an der Küste Connecticuts, wo sie mit ihrem Mann und ihren vier Kindern lebt.

Lauren Willig, geboren in New York, schreibt Liebesromane, seit sie sechs Jahre alt ist. Sie hat einen Abschluss in Englischer Geschichte und einen Doktor in Rechtswissenschaften. Nach einem Jahr in einer New Yorker Rechtsanwaltskanzlei entschied sie sich ganz für die Schriftstellerei. In den USA ist sie mit ihrer Pink Carnation-Liebesroman-Serie bekannt geworden.

Fazit: 5 *****

für diese romantische und generationsübergreifende Liebesgeschichte. Mein „must read“ für die Herbstzeit oder den nächsten Wunschzettel. Zum Träumen schön. „Das saphirblaue Zimmer“ im Blanvalet Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 480 Seiten und kostet 9,99 Euro.

 

 

 

Twinflame – Nerven bewahren …

Seelen Kinder

Diane Jordan

Seelenverwandtschaft? Gibt es das wirklich? Woran erkennt man diese und oder ist es gar Täuschung oder getrübte Wahrnehmung? Ich glaube, so traurig wie es ist, man sieht den Menschen nicht wirklich richtig oder real. Und „Seelenverwandte“ gibt es nicht wie Sand am Meer. Meine neueste Lektüre „Seelenkinder“ von Sarah Hilary ist ein Thriller der Meisterklasse. Das Cover ist spannend gestaltet, die gleißende Lichtführung verheißt nichts Gutes und es zieht den Käufer magisch an. Der Klappentext verleitet zum Zugreifen und der Plot ist packend. Gebannt lese ich Seite um Seite. Finde die Protagonisten gut skizziert und verschlinge Kapitel um Kapitel. Was für eine spannende Story. Die Einblicke in den medizinischen Dschungel der Psychiatrie faszinieren und begeistern mich gleichermaßen. Vorbeugung, Diagnostik und Behandlung, Einblicke in menschliche Abgründe und gleichzeitig ein Thriller. Ich entwickele Theorien und schlüpfe wie immer in die komplexe Handlung hinein. Recherchiere und agiere und lasse mein Kopf-Kino wie gewohnt anspringen. Das Buch könnte, meiner Meinung nach, auch gut verfilmt werden. Die Bilder sehe ich förmlich schon vor mir. GRUSELIG, sage ich euch. Ermordete Kinder sind immer grausam. Entführte zudem. Der Leser schwankt zwischen Faszination und Ekel. Mir ging es zumindest so. Der Autorin gelingt es Seite um Seite die Story spannend aufzubauen und auch weitere überraschende Ereignisse einfließen zu lassen. Das Ganze ist gut strukturiert, wie ich finde und die pfiffigen Charaktere konnten mich überzeugen. Ich empfehle allerdings vorher Teil 1 zu lesen, da die Ermittlerin Marnie Rome in Teil 2 ebenfalls eine Rolle spielt. „Die Seele ist ein dunkler Ort“ und Menschen, die wir augenscheinlich gut zu kennen glauben, sind ganz anders als wir dachten. Ich habe es selbst erlebt und musste tränenblind erkennen, dass ich mich in einem mir nahestehenden Menschen total getäuscht habe. Daher hat mich das vorliegende Buch zusätzlich gefesselt. Aber lest diese packende Geschichte mit ihren unheimlichen Effekten und Sequenzen bitte selber, es lohnt sich.

Inhalt:

Ein grauenvoller Fund: Im Garten seines Hauses in einer Londoner Neubausiedlung entdeckt Familienvater Terry Doyle einen alten Bunker – und darin, dreieinhalb Meter tief in der Dunkelheit, zwei Kinderleichen. Für das Team um Detective Marnie Rome türmen sich die Fragen auf: Wer waren die Kinder? Warum wurden sie nie als vermisst gemeldet? Welche Rolle spielt Clancy, der verhaltensauffällige Ziehsohn von Terry? Die Begegnung mit Clancy ist für Marnie wie eine Falltür in die Vergangenheit – er erinnert sie an ihren Adoptivbruder Stephen, den Mörder ihrer Eltern. Und als Clancy plötzlich mit Terrys leiblichen Kindern verschwunden ist, ahnt Marnie: Jetzt zählt jede Sekunde.

Die Autorin:

Sarah Hilary lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Bristol. Sie arbeitet bei einem bekannten Reiseführerverlag, war jedoch auch schon als Buchhändlerin oder bei der Royal Navy tätig. Herzenskalt, der erste Teil der Reihe um die unerschrockene Ermittlerin Marnie Rome, wurde in England als bester Krimi des Jahres ausgezeichnet.

Weitere Bücher:

Herzenskalt: Thriller (Die Marnie-Rome-Reihe, Band 1)

 Fazit: 5 ***** für den Thrill beim Lesen und die Einblicke in seelische Abgründe. Ich sage euch: „Den meisten Menschen sieht man nicht in den Kopf“. Und wenn die Maske fällt, kam das böse erwachen! „Seelenkinder“ ist im btb Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 480 Seiten und kostet 9,99 Euro.

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Kindheitserinnerungen und große Bewunderung …

Astrid Lindgren – Ihr Leben

Diane Jordan

 …Ich mach mir die Welt,: widewide wie sie mir gefällt…

Den Songtext habe ich als Kind oft angehört, aber noch viel lieber habe ich die zahlreichen Kinderbücher von Astrid Lindgren verschlungen. Sie war und ist meine Lieblingsautorin und ich habe viel aus ihren Büchern gelernt und bin auch, als ich größer war, selbst nach „Bullerbü“ in Schweden gereist. Das muss man einfach gesehen haben. Da springt das Kopfkino an und die heiteren Geschichten fallen einem beim Spaziergang durchs Dorf, vor Ort, wieder ein. Aber auch ihre unglaubliche Art, jedem Leser, egal ob „groß oder klein“ Optimismus, Lebensfreude, Empathie, aber auch Mitgefühl für Mensch und Tier zu vermitteln, fand ich schon immer klasse und tief beeindruckend.

Die Biographie „Astrid Lindgren – Ihr Leben“ von Jens Andersen ist daher etwas ganz besonderes für mich. Am Anfang dachte ich sogar, der traut sich was. Wie und was will der über diese tolle Frau schreiben. Das kann doch nicht gelingen und gut werden. Aber, was soll ich sagen: Andersen ist es gelungen, mich mit seinem Werk über die Schriftstellerin, in den Bann zu ziehen. Und so lese ich gespannt Seite um Seite. Erfahre viel und fühle mich Astrid Lindgren noch tiefer verbunden. Denn sie hat, genau wie ich auch, es in einigen Lebensbereichen nicht einfach gehabt. So etwas verbindet und ist fast wie ein geheimer Pakt des Verstehens und sich verstanden fühlen. Aber vielleicht muss man auch erst ganz „unten“ sein, um solch herrliche Bücher schreiben zu können. Eine traurige, unglückliche Frau mit einem großen Herz und Liebe für Kinder und ihre Belange. Eine vielschichtige Persönlichkeit, die ich gerne persönlich kennengelernt hätte. So einen Menschen wünscht man sich als Freundin oder Beraterin. Mit so einer Person könnte man Pferde stehlen und großartige Geschichten erleben. Dem dänischen Literaturwissenschaftler ist es gelungen, ein großartiges schriftstellerisches Porträt von Lindgren zu erzeugen. Es hat Spass gemacht das Buch zu lesen, auch wenn es mich stellenweise traurig gemacht hat. Und ich gesehen habe, das Lindgren große Probleme hatte. Um so erstaunlicher, dass sie solche tollen Kinderbücher geschrieben hat. Wenn ich deprimiert bin , kann ich nämlich nicht schreiben und erst recht nichts witziges. Andersen wiederum ist es gelungen, tiefe und persönliche Einblicke ins Leben der Astrid Lindgren zu geben. Seien es ihre Kindheit, Jugend, Krieg, unehelicher Sohn, Heirat, Eheprobleme, usw…Lest diese wunderbare Biographie bitte selber, ich kann sie nur empfehlen! J Mit einem lachenden und einem weinenden Auge!

Inhalt:

Jens Andersen blickt in dieser ersten umfassenden Biografie nach Astrid Lindgrens Tod hinter die Fassade des weltweiten Erfolgs und erzählt ihr Leben neu. Eine einfühlsam-respektvolle Biographie, die uns den Menschen Astrid Lindgren zeigt, die bekannteste Geschichtenerzählerin der Welt, eine bedeutende politische Autorin und Kämpferin für Menschenrechte.

Vor siebzig Jahren begann Astrid Lindgrens außerordentliche Karriere als Schriftstellerin. Auf Pippi Langstrumpf folgten Bücher, die die Kinderliteratur revolutionierten – und ihre Autorin schon zu Lebzeiten zu einer Legende werden ließen. 2002 verstarb Lindgren 94-jährig; man kannte sie als engagierte Frau, die für Frieden, Gerechtigkeit und die Rechte von Kindern eintrat. Jens Andersen erzählt in seiner preisgekrönten Biographie »ihr Werk und Leben erschreckend neu« (SZ). Über Jahre hinweg studierte er unveröffentlichte Quellen, und so kommt eine Autorin zu Wort, die nicht nur weltweit Erfolge feiern durfte, sondern Einsamkeit und Trauer kannte und ein Leben lang von Schuldgefühlen geplagt war, weil sie ihren unehelichen Sohn bei Pflegeeltern hatte unterbringen müssen. Zugleich aber erzählt Jens Andersen eine Geschichte von Moderne und Modernisierung – Astrid Lindgren, die das 20. Jahrhundert miterlebt und mitgeprägt hat, wird zu einer bewundernswerten Ikone des Jahrhunderts der Gleichberechtigung.

Der Autor:

Jens Andersen, geboren 1955, hat sein Studium der Nordistik an der Universität von Kopenhagen mit einer Promotion abgeschlossen, arbeitete viele Jahre als Literaturkritiker für große dänische Zeitungen und lebt nun als Schriftsteller in Kopenhagen. Seit 1990 veröffentlicht er Biografien skandinavischer Persönlichkeiten, u.a. 2012 über Königin Margrethe II.; 2005 erschien auf Deutsch sein viel beachtetes Buch „Hans Christian Andersen“, für das er mehrfach ausgezeichnet wurde. Jens Andersen erhielt u.a. den Georg-Brandes-Preis, den Søren-Gyldendal-Preis und den Preis des dänischen Schriftstellerverbands. „Astrid Lindgren. Ihr Leben“ wurde in Dänemark 2015 zum „Sachbuch des Jahres“ gekürt und erhielt den renommierten Politikens Litteraturpris; das Buch wurde in Dänemark und Schweden zum Bestseller.

Ulrich Sonnenberg, geboren 1955 in Hannover, arbeitet als freier Übersetzer und Herausgeber in Frankfurt/Main. 2013 erhielt er den Übersetzerpreis des Staatlichen Dänischen Kunstrats.

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Fazit: 5 ***** für dieses großartige Buch über eine besonderes faszinierende Frau. Sie hat meine Kindheit durch ihre Bücher sehr bereichert. Und an manchen Tagen steckt auch heute noch ein wenig „Pippi Langstrumpf oder Michel aus Lönneberga“ in mir und das habe ich ihr zu verdanken und bin froh darüber. Die Lindgren Biographie ist im Pantheon Verlag erschienen. Das broschierte Buch hat 448 Seiten und kostet 16,99 Euro.