Zwischen den Zeiten

 

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Das Kind der Anderen

Diane Jordan

Ein Roman über Liebe, Verlust und Zugehörigkeit ;-), geschrieben als hochspannender Krimi mit Thriller-Effekten, wenn das nicht fein zu Lesen ist… Ich jedenfalls greife freudig und erwartungsvoll zu und beginne sofort zu lesen. Der Autorin Bethan Roberts, gelingt es vortrefflich, mich in den nächsten Stunden gebannt und mit klopfendem Herzen die packende Story zu verfolgen zu lassen. Das Buch lege ich so schnell nicht mehr aus der Hand, ich will ähnlich wie ein Kommissar wissen, wie es zu dem „DRAMA“ kam und was vor vielen, vielen Jahren passiert ist und warum sich solcher Hass und so eine Wut über einen so langen Zeitraum anstauen konnte. Stilistisch fein aufbereitet, beginnt der Psychothriller in der Gegenwart, springt dann zwischen den Zeiten und endet wieder im Präsens. Das finde ich ganz clever gemacht, denn die Zeitform des Verbs, drückt so für mich, die als Handlung interpretierbare Aktivität am besten aus. Aber auch die zeitlos zu interpretierenden Aktivitäten werden so prima verpackt. Und so schließt sich auch der Kreis zwischen Gegenwart und Zukunft, wodurch das Ganze doppelten Spass macht. Zu dem sind die Protagonisten vortrefflich gewählt und meines Erachtens gut skizziert. Ich liebe und leide, wie gewöhnlich mit. Finde den Spagat zwischen Crime und Psychologie außerordentlich gelungen und tauche in die menschlichen Abgründe ab. Irre ;-), wozu Menschen aus Liebe und Eifersucht fähig sind. Auch der Einblick in die Gefühlswelt der Akteure gefällt mir gut. Ich mache mir während des Lesens viele Gedanken. Schweife hin und wieder ab, stelle Überlegungen an, sinniere und philosophiere. Was für ein packender Lesespass. Seelenkunde par excellence. Menschliches Erleben und Verhalten, in leicht verständlicher Sprache und der Thematik angemessen in Krimiform aufbereitet. Wow – Hut ab. Das müsst ihr lesen und euch spätestens in euer Osternest stecken lassen.

Inhalt:

Es ist ein ganz gewöhnlicher Morgen, an dem Maggie den zweijährigen Samuel entführt. Die junge Frau wurde von ihrer Cousine Nula als Nanny angestellt. Nun bricht sie ohne deren Wissen mit dem Kind zur walisischen Insel Anglesay auf. Zu jenem Bootshaus, in dem Maggie und Nula sechzehn Jahre zuvor einen gemeinsamen Sommer voller Verstrickungen verbrachten, der alles veränderte. Während Nula um das Leben ihres Sohnes bangt, muss sie sich den Erinnerungen stellen, die sie so lange aus ihrem Leben verbannte…

Die Autorin:

Bethan Roberts, geboren 1973 in Oxford, arbeitete als Autorin und Produktionsassistentin beim Fernsehen und unterrichtet Creative Writing an der Chichester University und am Goldsmiths College der University of London. Sie lebt mit ihrer Familie in Brighton.

Weitere Bücher:

Köchin für einen Sommer

Der Liebhaber meines Mannes

Fazit: 5***** für das spannende Lesevergnügen mit Psychoeffekt! “DAS KIND DER ANDEREN“ ist im Diana Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 352 Seiten und kostet 9,99 Euro.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wieviel Mutter steckt in dir?

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Solange unsere Herzen schlagen

Diane Jordan

Teste mal, ob du auch zu den 100 Prozent Vollblutmüttern gehörst und dir deine Familie und das Wohl der Kinder über alles andere gehen! Der Roman „Solange unsere Herzen schlagen“ von Virginia Macgregor ist mit Tiefgang. Er geht ruckzuck unter die Haut und macht sehr, sehr nachdenklich. Irgendwie bin ich gleich durch die Protagonisten in den Bann gezogen, denn die gelungenen Skizzierungen einer Familie mit

Patchwork Effekt werden von der Autorin fein dargestellt. Und das Tragödien bis in die Antike ihren Reiz haben, wenn die stilistischen Mittel eingehalten werden, ist unterdessen auch nicht unbekannt geblieben. Und so wird man als Leser geschickt durch die Exposition, Steigerung, Höhe/- Wendepunkte sowie das retardierende Moment geleitet. Gebannt lese ich das spannende Buch. Greife hin und wieder zu den bereitgelegten Taschentüchern und lasse das ganze auf mich wirken. Stelle mir intern Fragen… Was wäre wenn und schüttele auch hin und wieder fassungslos den Kopf. Was für ein Plot. Die Geschichte wird mit viel Gefühl und Tiefgang aufbereitet, der Sprachstil ist der Thematik angemessen und meines Erachtens passend gewählt. Familiengeheimnisse und die langsame Aufdröselung in Büchern liebe ich ganz besonders. So etwas lese ich immer und immer wieder gerne. Und langsam entwirre ich die emotionale Familiengeschichte und bekomme Antworten auf meine internen Fragen. Eins sei vorab verraten, die Geschichte geht unter die Haut. Und lässt einen so schnell nicht wieder los. Mir ging es zumindest so und so drehe ich beim Beenden des Romans, das Buch um und blicke verträumt auf das hübsche Cover. Der Baum, der das Leben, die Familie symbolisiert, die beiden Kinder und das fallende Laub, symbolisiert die verronne Lebenszeit. Das ganze in einem harmonischen rotem Farbton, mit schwarzem Scherenschnitt und perfekter Schrifttypologie. Mir hat der Roman ausgesprochen gut gefallen und ich freue mich auf mehr Lesestoff, dieser für mich, vorher unbekannten Autorin. Aber lest bitte selber und lasst euch auf dies außergewöhnliche Familie ein!

Inhalt:

Sechs Jahre lang war Ellas und Willas Mutter verschwunden. Jetzt steht Norah auf einmal wieder vor der Tür ihres ehemaligen Zuhauses. Doch viel hat sich verändert. Willa, die jüngere Tochter, erkennt sie nicht und nennt die neue Frau an der Seite ihres Vaters »Mummy«. Die ältere Tochter Ella will nichts mit Norah zu tun haben. Und doch verlangen alle nach Antworten. Wo war Norah die ganze Zeit? Warum ist sie ausgerechnet jetzt zurückgekommen? Und gibt es genug Platz für zwei Mütter in einer Familie?

Die Autorin:

Virginia Macgregor ist in Deutschland, Frankreich und England aufgewachsen, erzogen von einer Mutter, die nie müde wurde, Geschichten zu erzählen. Sobald Virginia alt genug war, selbst einen Stift zu halten, begann sie mit dem Schreiben, oft bis tief in die Nacht hinein – oder in der Schule, versteckt hinter dem Mathebuch. Virginia wurde benannt nach zwei großen Frauen, Virginia Wade und Virginia Woolf – in der Hoffnung, sie würde entweder Schriftstellerin oder ein Tennisstar werden. Nach ihrem Studium in Oxford begann sie, neben ihrem Beruf als Englischdozentin und Hauslehrerin, regelmäßig zu schreiben. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann in Berkshire.


Weitere Bücher:
 

Der Junge, der mit dem Herzen sah

Fazit: 4**** „Solange unsere Herzen schlagen“ ist im Goldmann Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 592 Seiten und kostet 10,00 Euro.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Twinflame – Nerven bewahren …

Seelen Kinder

Diane Jordan

Seelenverwandtschaft? Gibt es das wirklich? Woran erkennt man diese und oder ist es gar Täuschung oder getrübte Wahrnehmung? Ich glaube, so traurig wie es ist, man sieht den Menschen nicht wirklich richtig oder real. Und „Seelenverwandte“ gibt es nicht wie Sand am Meer. Meine neueste Lektüre „Seelenkinder“ von Sarah Hilary ist ein Thriller der Meisterklasse. Das Cover ist spannend gestaltet, die gleißende Lichtführung verheißt nichts Gutes und es zieht den Käufer magisch an. Der Klappentext verleitet zum Zugreifen und der Plot ist packend. Gebannt lese ich Seite um Seite. Finde die Protagonisten gut skizziert und verschlinge Kapitel um Kapitel. Was für eine spannende Story. Die Einblicke in den medizinischen Dschungel der Psychiatrie faszinieren und begeistern mich gleichermaßen. Vorbeugung, Diagnostik und Behandlung, Einblicke in menschliche Abgründe und gleichzeitig ein Thriller. Ich entwickele Theorien und schlüpfe wie immer in die komplexe Handlung hinein. Recherchiere und agiere und lasse mein Kopf-Kino wie gewohnt anspringen. Das Buch könnte, meiner Meinung nach, auch gut verfilmt werden. Die Bilder sehe ich förmlich schon vor mir. GRUSELIG, sage ich euch. Ermordete Kinder sind immer grausam. Entführte zudem. Der Leser schwankt zwischen Faszination und Ekel. Mir ging es zumindest so. Der Autorin gelingt es Seite um Seite die Story spannend aufzubauen und auch weitere überraschende Ereignisse einfließen zu lassen. Das Ganze ist gut strukturiert, wie ich finde und die pfiffigen Charaktere konnten mich überzeugen. Ich empfehle allerdings vorher Teil 1 zu lesen, da die Ermittlerin Marnie Rome in Teil 2 ebenfalls eine Rolle spielt. „Die Seele ist ein dunkler Ort“ und Menschen, die wir augenscheinlich gut zu kennen glauben, sind ganz anders als wir dachten. Ich habe es selbst erlebt und musste tränenblind erkennen, dass ich mich in einem mir nahestehenden Menschen total getäuscht habe. Daher hat mich das vorliegende Buch zusätzlich gefesselt. Aber lest diese packende Geschichte mit ihren unheimlichen Effekten und Sequenzen bitte selber, es lohnt sich.

Inhalt:

Ein grauenvoller Fund: Im Garten seines Hauses in einer Londoner Neubausiedlung entdeckt Familienvater Terry Doyle einen alten Bunker – und darin, dreieinhalb Meter tief in der Dunkelheit, zwei Kinderleichen. Für das Team um Detective Marnie Rome türmen sich die Fragen auf: Wer waren die Kinder? Warum wurden sie nie als vermisst gemeldet? Welche Rolle spielt Clancy, der verhaltensauffällige Ziehsohn von Terry? Die Begegnung mit Clancy ist für Marnie wie eine Falltür in die Vergangenheit – er erinnert sie an ihren Adoptivbruder Stephen, den Mörder ihrer Eltern. Und als Clancy plötzlich mit Terrys leiblichen Kindern verschwunden ist, ahnt Marnie: Jetzt zählt jede Sekunde.

Die Autorin:

Sarah Hilary lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Bristol. Sie arbeitet bei einem bekannten Reiseführerverlag, war jedoch auch schon als Buchhändlerin oder bei der Royal Navy tätig. Herzenskalt, der erste Teil der Reihe um die unerschrockene Ermittlerin Marnie Rome, wurde in England als bester Krimi des Jahres ausgezeichnet.

Weitere Bücher:

Herzenskalt: Thriller (Die Marnie-Rome-Reihe, Band 1)

 Fazit: 5 ***** für den Thrill beim Lesen und die Einblicke in seelische Abgründe. Ich sage euch: „Den meisten Menschen sieht man nicht in den Kopf“. Und wenn die Maske fällt, kam das böse erwachen! „Seelenkinder“ ist im btb Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 480 Seiten und kostet 9,99 Euro.

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Reisefreudig …

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Weit weg ist anders

Rezension Diane Jordan

Das machen wir später, jeder hat diesen Satz schon einmal gesagt oder zu hören bekommen. Entweder weil der scheinbar richtige Zeitpunkt für das Vorhaben noch nicht gekommen war oder aber kein Geld vorhanden war. Auch die Kinder werden gerne vorgeschoben 😉 ich weiss wovon ich spreche und ruckzuck zieht das Leben und die Gelegenheiten an einem vorbei. Wann ist später? Und wenn man nicht beherzt einschreitet kann es schnell zu spät sein. Der Roman „Weit weg ist anders“ von Sarah Schmidt greift genau diese Thematik auf. Gefühl und sehr humorvoll lässt sie uns an dem Schicksal der Protagonistinnen Edith und Christel teilhaben. Verwundert reibt man sich die Augen und denkt über das eigene Leben nach…. Versäumnisse und verpasste Gelegenheiten und möchte die beiden alten Damen ermuntern „jetzt endlich alles zu tun, was sie möchten“ nämlich REISEN & LEBEN! Viel Zeit wird nicht mehr sein, denn beide sind über 70 Jahre und auch schon ein wenig gebrechlich. Aber getreu dem Song von Udo Jürgens: Mit 66 Jahren da fängt das Leben an, mit 66 Jahren da hat man Spass daran, fangen die beiden ungleichen Frauen an einen genialen Plan zu schmieden und auch teilweise in die Tat umzusetzen. In der Rhea in der sich die beiden alten Damen befinden, kommt so etwas wie „HANNI & NANNI- Stimmung auf. Das Buch hat einen ernsten Hintergrund, der aber humorvoll verpackt, sehr viel Lesefreude bereitet hat. Schade nur, dass es nicht wirklich ein Happy End gab, dass hat mich ein wenig traurig gestimmt.

Das Cover des Romans ist meiner Meinung nach sehr ansprechend gestaltet und wirkt recht frisch. Der Bus auf der Titelseite verrät im Vorfeld schon, dass es um Reisen geht und dass finde ich reiselustiges Ding schön.

Inhalt:

Kratzbürstige Berlinerin die eine, norddeutsche Kleinstädterin mit einer Vorliebe für Yoga und Handarbeiten die andere: Außer einer gegenseitigen tiefen Abneigung haben Edith Scholz und Christel Jacobi nichts miteinander am Hut – dennoch lassen sich die beiden 70-Jährigen auf ein Abenteuer ein, das sie quer durch Deutschland führt.

»Frei sein heißt allein sein können«, ist die verwitwete Edith Scholz überzeugt, die in ihrer Berliner Mietwohnung mit einer Zigarette und hin und wieder einem Gläschen Schnaps ganz zufrieden ist. Doch ein Sturz macht ihr einen Strich durch die Rechnung – Frau Scholz muss zur Reha nach Usedom. Was im Grunde recht erholsam sein könnte. Wäre da nicht Christel Jacobi, ihre viel zu freundliche und esoterische Zimmernachbarin: »Wir alten Weiber – wir müssen doch zusammenhalten«, meint die, überschüttet die knurrige Frau Scholz mit Freundlichkeiten und schafft es schließlich sogar, sie zu ihrer Verbündeten zu machen. Denn Christel Jacobi will sich nicht länger dem Willen ihrer Familie beugen, sondern endlich mal ein Abenteuer erleben, bevor es zu spät ist …

Die Autorin:

Sarah Schmidt lebt in Berlin. Seit Mitte der neunziger Jahre ist sie freie Autorin und hat mehrere Bücher veröffentlicht, zuletzt den Erfolgsroman Eine Tonne für Frau Scholz, der 2014 auf der »Hotlist« der unabhängigen Verlage stand – und damit zu den zehn besten Büchern des Jahres gehörte.

Fazit: 5 Sterne***** die Lust auf das Leben, Abenteuer und Reisen nicht nur im Alter machen.

Weit weg ist anders ist im Insel Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 261 Seiten und kostet 12,95 Euro.

http://www.suhrkamp.de/buecher/weit_weg_ist_anders-sarah_schmidt_36256.html?d_view=leserstimmen#formLeserstimme