Abseits der Norm …

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Kommando Abstellgleis

Was „in Bedeutungslosigkeit verfallen“ und „jemanden aufs Abstellgleis schieben“ mit meiner neusten Leselektüre zu tun haben, erfahrt ihr nun :-). Als echter Krimi und Frankreich-Fan kommt ihr um dieses Buch einfach nicht herum. „Kommando Abstellgleis“ von Sophie Hénaff ist meines Erachtens die perfekte Sommerlektüre und mein Buch des Jahres. Witzig, spritzig, anders und das will für so eine Leseratte wie mich schon etwas heissen. Ein Krimi der etwas anderen Art. Vor vielen vielen Jahren, als ich Jugendliche war und Sommerferien hatte, habe ich mich immer auf die Ferien bei meiner Oma und Filme mit Louis de Funès gefreut. Dann war für mich Sommer :-). Diesen Komiker in Polizeigestalt fand ich damals urkomisch. Mein Krimispass von heute erinnert mich daran und ruft das Gefühl von einst hervor. Die Charaktere des Romans sind eckig, kantig und wenig gradlinig, die Story ist spannend und gleichzeitig herrlich witzig. Slapsticks sind vorprogrammiert. Und so lese ich Seite um Seite, grinse immer mal wieder vor mich hin und freue mich über diesen ungewöhnlichen Paris-Krimi im heimischen Garten. Und eines ist sicher, mit diesem Buch begebt ihr euch bestimmt nicht aufs literarische Abstellgleis. Aber bitte lest selber und habt Spass:

 Inhalt:

Das Pariser Hauptkommissariat, 36 Quai des Orfèvres hat eine neue Leitung. Ihr Ziel heißt: die Aufklärungsraten und Statistiken polieren und alle lästigen, aufsässigen und arbeitsunwilligen Mitarbeiter loswerden. Deshalb ruft die Führungsriege eine neue Brigade ins Leben, in der alle Alkoholiker, Faulenzer, Schläger, Depressive und Polizisten, die sich für etwas anderes berufen fühlen – wie z.B. Eva Rozière, die Krimis schreibt, anstatt zu ermitteln -, zusammengefasst werden sollen. Die Leitung übergibt sie Anne Capestan, einer einst hoffnungsvollen jungen Polizistin, die wegen eines fatalen Fehlers vom Dienst suspendiert wurde. Was man von ihr erwartet: stillhalten. Anne hasst aber nichts mehr, als einfach zu gehorchen. Deshalb lässt sie nichts unversucht und baut mit ihrer Truppe der verkrachten Existenzen in einem schäbigen Büro bei miserabler technischer Ausstattung, ohne Waffen und Blaulicht ein Kommissariat der unkonventionellen Methoden auf und löst – zum Schrecken der neuen Chefs – auch noch alte Fälle, die die neue Führungsriege in gar keinem schönen Licht erscheinen lassen … Ein origineller, schwungvoller, intelligenter Krimi – zum Schießen komisch!

Die Autorin:

Sophie Hénaff, geboren 1972, ist Journalistin, Übersetzerin und Autorin. Ihre humoristische Kolumne in der französischen Cosmopolitan hat eine riesige Fangemeinde. Kommando Abstellgleis ist ihr Krimidebüt, der Auftakt einer Serie um Kommissarin Anne Capestan. Das Buch erhielt fünf Krimipreise, war in Frankreich ein Bestseller und wurde in zahlreiche Länder verkauft.

Weitere Bücher:

 Fazit: 5 Sterne**** für dieses spannende und witzige Lesevergnügen. Ich freue mich jetzt schon auf den Herbst und die angekündigte Fortsetzung. „Kommando Abstellgleis“ ist im carl’s books Verlag erschienen. Der Krimi hat 352 Seiten und kostet 14,99 Euro.

 

 

 

Schwesterherz und Bruderlüge

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Rezension Diane Jordan

Midsommar ist leider schon wieder vorbei, den habe ich dieses Jahr kräftig gefeiert und hatte viel Freude dabei. Mein „Schweden-Feeling“ hält allerdings an, denn ich lese Teil zwei eines THRILLERS. Bruderlüge von Kristina Ohlsson ist spannend und sorgt für den nötigen Nervenkitzel. Meine Häääääärchen stellen sich auf und ich bekomme dieses leichte Gänsehautgefühl beim Lesen… Die Fortsetzung zu Schwesterherz knüpft reibungs- und nahtlos an. Besonders gut gelöst fand ich die kurze Zusammenfassung für den Leser, die Teil 1 noch nicht gelesen haben oder einfach um den Inhalt noch einmal ins Gedächnis zu rufen. In bekannter Machart berichtet der Protagonist wieder der Journalistin, da mir der Stil diesmal bekannt, finde ich es nicht mehr als störend. Grins, es kommt mir ein wenig so vor, wie bei kleinen Kindern, denen immer wieder ein Happen hingehalten wird, bis sie sich an den Geschmack gewöhnen und es lieben. Vielleicht ist das auch bei meinem Buch und der Schriftstellerin so. Wer weiss. Dieser Schwedenhappen ist spannend und besser durchdacht als Schwesterherz. Mit dicker Sommergrippe, Tee und eingekuschelt in eine Decke genieße ich Seite um Seite und freue mich im Trockenen zu sitzen, denn draußen regnet es. Das leise trommeln der Regentropfen an der Scheibe ist eine zusätzliche Animation für mein Kopfkino. Auch wenn ich immer noch nicht ganz nachvollziehen kann, was MAFIA und Texas- Methoden in einem Schweden-Krimi zu suchen haben. Tzzzz, tzzz, tzzz, aber egal… Diesmal klappt der gedankliche Transport aus meiner Provinz in die ferne Welt und ins Geschehen. Das Cover des broschierten Buchs gefällt mir außerordentlich gut und es macht sich gut neben dem ersten Teil J. Aber schaut bitte selber, vielleicht mögt ihr es auch.

Inhalt:

Wer Schwesterherz gelesen hat, darf Bruderlüge nicht verpassen.

Martin Benner befindet sich in der Hand von Unterweltboss Lucifer, der ihm den Auftrag erteilt, Mio zu finden – den Sohn der Serienmörderin Sara Texas. Wohl fühlt sich Benner damit nicht, schließlich arbeitet er nun für denjenigen, der Sara solche Angst einjagte, dass sie von einer Brücke gesprungen ist. Doch damit nicht genug: Jemand ist dabei, Benner zwei Morde anzuhängen, und er hat keine Ahnung, wer das ist. Als Benner von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt wird, begreift er, dass er nicht durch Zufall in die ganze Geschichte geraten ist, sondern dabei eine wichtige Rolle spielt.
Die Autorin:

Kristina Ohlsson, Jahrgang 1979, arbeitete im schwedischen Außen- und Verteidigungsministerium als Expertin für EU-Außenpolitik und Nahostfragen, bei der nationalen schwedischen Polizeibehörde in Stockholm und als Terrorismusexpertin bei der OSZE in Wien.

Weitere Bücher:

Aschenputtel Tausendschön, Sterntaler, Himmelschlüssel, Papierjunge sowie Schwesterherz

 Fazit: 4 Sterne**** Meines Erachtens eine gelungene Fortsetzung J , die mir deutlich besser gefällt als Schwesterherz. Langsam lese ich mich ein und gewöhne mich immer mehr an den ungewöhnlichen, aber dennoch flüssigen Schreibstil der Autorin und merke immer deutlicher, wie wichtig „reden“ mit seinen Lieblingsmenschen ist. Klappt der Austausch nicht, ist man verloren. „Bruderlüge“ ist im Limes Verlag erschienen. Der Thriller hat 448 Seiten und kostet 14,99 Euro.

 

 

 

Vermisst und gesucht …

Crime, Crime, Crime … Beste Krimiunterhaltung per Audiobook. Jetzt gibt’s bei mir was auf die Ohren und ich lehne mich entspannt zurück und genieße das wohlige Gänsehautgefühl bei „Und niemand soll dich finden“ (Laurie Moran, Band 3). Manchmal ist so etwas einfach nur toll zum Abschalten und entspannen. Man braucht nicht selber lesen und kann sich voll auf die Darbietung konzentrieren.  Meines Erachtens super gelesen und gesprochen von Michou Friesz. Diese schafft es innerhalb kürzester Zeit, ein beeindruckendes Porträt der vielschichtigen Charaktere und ihrer dunklen Seiten entstehen zu lassen. Menschliche Abgründe tun sich auf. Die ersten Härchen stellen sich auf und ich genieße dieses unheimliche Gefühl. Einfach herrlich sage ich euch. Mein Kopfkino springt an und ich stelle mir unterdessen Fragen über Fragen. Wo ist Amanda? Lebt sie überhaupt noch? Weshalb verhalten sich ihre Angehörigen so seltsam? Ich bedaure etwas die voran gegangenen beiden Teile nicht gelesen oder gehört zu haben, so etwas nervt mich immer. Aber zum Verständnis ist es hier, meiner Meinung nach, nicht wirklich notwendig. Zum Glück J und so habe ich das Gefühl alles zu verstehen, denn wenn ich „undercover“ verdeckt ermittle, ist mit mir nicht zu spassen, dann bin ich mittendrinn im Geschehen und will auch alles verstehen. Da bin ich als echter Krimifan, mit zahlreichen Büchern, einfach pingelig und schlüpfe dann jedes Mal selber in die Rolle des Profi-Profilers und will erfolgreich sein. Aber hört doch selbst einmal hinein und genießt die Spannung im eigenen Heim.

Inhalt:

Der neue große Psychothriller der „Meisterin der Hochspannung“ (The New Yorker)

Fünf Jahre ist es her, seit Amanda Pierce unmittelbar vor ihrer Hochzeit verschwand – und nie mehr auftauchte. Hatte sie plötzlich Angst vor der Ehe bekommen oder wurde sie Opfer eines Verbrechens? Amandas Mutter ist überzeugt davon, dass der Bräutigam sie auf dem Gewissen hat. Auf ihr Drängen hin nimmt sich Laurie Moran, die sich als TV-Journalistin auf Cold Cases spezialisiert hat, des Falls an. Und sticht mit ihren Recherchen in ein Wespennest: Denn nicht nur der Bräutigam ist suspekt. Auch seine jetzige Ehefrau, ausgerechnet Amandas frühere beste Freundin und Trauzeugin, benimmt sich merkwürdig. Und was hat die Schwester zu verbergen, die offensichtlich zerrissen war vor Eifersucht? Je tiefer Laurie sich in den Fall gräbt, desto mehr Verdächtige tauchen auf. Nur Amanda bleibt verschwunden …

Die Autorin und weitere Mitwirkende:

Mary Higgins Clark, geboren in New York, lebt und arbeitet in Saddle River, New Jersey. Sie zählt zu den erfolgreichsten Thrillerautoren weltweit. Ihre große Stärke sind ausgefeilte und raffinierte Plots und die stimmige Psychologie ihrer Heldinnen. Mit ihren Büchern führt Mary Higgins Clark regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten an. Sie hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. den begehrten Edgar Award. Zuletzt bei Heyne erschienen: Und deine Zeit verrinnt.

Mary Higgins Clark zählt zu den erfolgreichsten Thrillerautoren weltweit. Mit ihren Büchern führt Mary Higgins Clark regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten an und hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. den begehrten Edgar Award.

Alafair Burke war lange als Deputy District Attorney tätig. Ihr Beruf inspirierte sie dazu, Kriminalromane zu schreiben, u.a. die New-York-Times-Bestsellerserie um Ellie Hatcher. Sie ist die Tochter von James Lee Burke und lebt in New York.

9783837138009_CoverFazit: 5 Sterne**** Für angehende Bräute und Krimiliebhaber bestens geeignet und mein Tipp im Mai.

„Und niemand soll dich finden“ ist im Random House Audio erschienen. Die CDs haben eine Laufzeit von zirka sechs Stunden und 55 Minuten und kosten 18,99 Euro.

 

Hinters Licht geführt …

 

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The Girl Before – Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot.

Rezension Diane Jordan

Die Informationsverarbeitung geschieht bei uns Menschen höchst unterschiedlich. Unbewusst oder bewusst, je nach Erfahrung oder Typbedingt, kicher, ich bin mir da nicht ganz sicher. So kann unter anderem auch eine verzerrte Wahrnehmung einem einen Streich spielen, auf alle Fälle höchst spannend, sich mit dieser Thematik zu befassen. Der broschierte Taschenbuch- Thriller „The Girl Before – Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot“ ist von JP Delaney und ich konnte ihn kaum aus der Hand legen. Fesselnd bis zur letzten Seite, spannend und mit einer großen Überraschung am Ende. Ich habe selten so ein großartiges Buch gelesen und bin total beeindruckt vom Schreibstil und von der gekonnten Umsetzung des Plots. Die Protagonisten Emma und Jane bleiben, wie in anderen Büchern oft, keine Silhouetten, nein sie bekommen Konturen, mit Ecken und Kanten und vielen menschlichen Problemen. Als Leser liebt und leidet man mit, mir ging es jedenfalls so und dieser neue Thrill zwischen „Was ist echt?“ und oder „Werde ich gerade gewaltig hinters Licht geführt und getäuscht?!“ hat mir supergut gefallen. Schritt für Schritt wird der Spannungsbogen auf- und ausgebaut und Doppelbilder erzeugt. Die Frauen haben mehr gemeinsam, als man als Leser auf den ersten Blick erkennen kann. Wahrheit oder Wirklichkeit wurden immer wieder raffiniert hinterfragt und „damals“ und „heute“ gekonnt miteinander verwoben. So kommt ein intensives Gänsehautfeeling ohne Blut- oder Mordszenenbeschreibung auf, mir ging es jedenfalls so. Und ich habe mich beim Lesen und Hinterfragen ein wenig wie „the father of psychoanalysis“ Sigmund Freud gefühlt. Gerne mehr, aber lest bitte selber…..

Inhalt:

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht allein bin. Manchmal glaube ich, dass dieses Haus mich beobachtet. Etwas muss hier geschehen sein. Etwas Schreckliches.

Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher überlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie dann auch noch den charismatischen Besitzer und Architekten des Hauses kennenlernt. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen. Doch bald erfährt Jane, dass ihre Vormieterin im Haus verstarb – und ihr erschreckend ähnlich sah. Als sie versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erlebt sie unwissentlich das Gleiche wie die Frau vor ihr: Sie lebt und liebt wie sie. Sie vertraut den gleichen Menschen. Und sie nähert sich der gleichen Gefahr.
 

Mehr über den Autoren:

THE GIRL BEFORE ist der erste Psychothriller JP Delaneys. Zuvor veröffentlichte Delaney unter anderen Namen bereits einige Romane, die die Bestsellerliste eroberten. THE GIRL BEFORE erscheint im Januar 2017 in insgesamt 40 Ländern. Die Verfilmung durch den bekannten Hollywood-Regisseur Ron Howard ist bereits in Planung.

Fazit: 5 Sterne**** für diesen wirklich großartigen Thriller, den ich in Rekordzeit verschlungen habe und wärmstens weiterempfehlen kann.

„The Girl Before – Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot.“ ist im Penguin Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 400 Seiten und kostet 13,00 Euro.

 

 

Detektiv mit Gesetzbuch

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Rezension Diane Jordan

Düster und bedrohlich scheint mir das Buch-Cover von „Schwesterherz“. Beklemmung macht sich in mir breit …Gänsehautfeeling! Was hat die hübsche Frau hinter dem Brückengeländer vor? Droht Unheil oder begeht sie gleich Selbstmord? Fragen über Fragen. Ich liebe Krimis sowie Thriller und sehe mir auch gerne Kriminalfälle im TV an, daher zieht mich das neue Buch magisch an und ich starte sofort mit dem Lesespass. Von der Autorin Kristina Ohlsson, aus Schweden, habe ich auch schon gehört. Und auch schon einen anderen Krimi gelesen, das steigert natürlich die Erwartungen. Bei diesem Werk weiss ich allerdings nicht so richtig, wie ich es finden soll. Es fängt mit einer Rahmenerzählung, in Form eines Interviews an, dass finde ich etwas gewöhnungsbedürftig. Dann folgt der Plot aus Sicht des Protagonisten Martin Brenner, der Cover-Schönheit sowie Bobby Tell. Die Handlung ist unkonventionell, abwechslungsreich und spannend, meiner Meinung nach, aber auch sehr an den Haaren herbeigezogen. Der Schreibstil gefällt mir, aber weniger falsche Fährten und konstruierte Überraschungen wären meines Erachtens besser gewesen. Immerhin befinden wir uns romantechnisch in Schweden. Und ich dachte bis jetzt immer, da sind ruhige, bedachte Menschen, große Wälder, tiefe Seen und lustige Mid-Sommernachts-Feste. Im Buch wird aber eher das Bild vom Geheimbund, einer fiesen Verschwörung und Mafia-Morden vermittelt. Das passt da nicht hin, nicht in mein Pipi Langstrumpf und Ikea-Land. Tja, lest bitte selber und schreibt mir mal, wie ihr es findet!

Inhalt:

Wer war Sara Texas? Kaltblütige Serienmörderin oder unschuldiges Opfer?

Staatsanwalt Martin Benner will Bobby Tell eigentlich schnellstmöglich wieder loswerden: Dieser ungepflegte, nach Zigaretten stinkende Kerl wirkt erst mal wenig vertrauenswürdig. Sein Anliegen ist nicht weniger prekär: Tells Schwester Sara – eine geständige fünffache Mörderin, die sich noch vor der Verfahrenseröffnung das Leben nahm – soll unschuldig gewesen sein, und Benner soll nun posthum einen Freispruch erwirken. Vor Gericht hätte die Beweislage damals nicht mal ausgereicht, um Sara zu verurteilen, doch unbegreiflicherweise legte sie ein umfassendes Geständnis ab und konnte sogar die Verstecke der Tatwaffen präzise benennen. Benners Neugier ist geweckt, und er nimmt das Mandat an …

Die Autorin:

Kristina Ohlsson, Jahrgang 1979, arbeitete im schwedischen Außen- und Verteidigungsministerium als Expertin für EU-Außenpolitik und Nahostfragen, bei der nationalen schwedischen Polizeibehörde in Stockholm und als Terrorismusexpertin bei der OSZE in Wien.

Weitere Bücher:

Mit Aschenputtel gelang ihr der internationale Durchbruch als Thrillerautorin, gefolgt von Tausendschön, Sterntaler, Himmelschlüssel und Papierjunge – allesamt Fälle des bewährten Ermittlerteams Fredrika Bergmann und Alex Recht. Mit Schwesterherz und Bruderlüge (07.17) schickt Kristina Ohlsson einen neuen Ermittler ins Rennen.

Fazit: 3 Sterne*** für den neuen, ungewohnten Erzählstil. Es hat sich eine Art Hassliebe entwickelt ;-), denn so richtig hat der Thriller meinen Geschmack nicht getroffen, aber aufhören konnte ich trotzdem nicht. Und „offene“ Enden und zu viele nicht beantwortete Fragenmag ich gar nicht. Ich möchte jetzt wissen, wie es weitergeht. SOFORT!!!

„Schwesterherz“ ist im Limes Verlag erschienen. Der Thriller hat 480 Seiten und kostet 14,99 Euro.

 

 

Thrillerdebüt …

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Rezension Diane Jordan

Psychologie vom Feinsten, wie ich finde… Der Taschenbuch-Roman „Good as Gone“ von Amy Gentry ist meines Erachtens sehr faszinierend und geht unter die Haut. Habe ich eben, im vorherigen Rügen-Krimi noch über Welpenhandel gelesen, geht es nun um die Entführung eines Kindes und Menschenhandel. Das Cover des Thrillers, ist meiner Meinung nach, ansprechend gestaltet und deutet schon die finsteren Abgründe des menschlichen Wesen an, die einen beim Genuss dieser Lektüre erwarten. Schonungslos und wie in einem Strudel, der sich mit immer zunehmender Geschwindigkeit ausbreitet, wird man ins Geschehen eingesogen, mir ging es zumindest so. Und so wechseln sich beeindruckende Szenen, mit gut durchdachten und nachvollziehbaren Wendungen ab und lassen einen tiefe Einblicke in die Seelenkunde nehmen. Faszinierend und schon sehr, sehr krass…. Plötzlich hinterfragt man, ob man will oder nicht, seine/die Existenz und die menschliche Identität oder das, was uns zu dem macht, was wir „ich“ nennen. Es hat mich ein wenig an meine Studententage/zeit erinnert und an Szenen in Studdy-Kneipen und das endlose philosophieren der damaligen Zeit. Beim Lesen von „Good as Gone“ war ich zeitweise so hin- und hergerissen, zweifelte, ob es wirklich die entführte und verschwundene Tochter, Julie war, so dass ich das Buch lieber im Hellen zu Ende gelesen habe. Erschütternd finde ich auch den religiöse Wahn und die Phänomene, die durch ihn ausgelöst werden und die von der Autorin kunstvoll und beeindruckend im Thrillerdebüt verarbeitet wurden. Seite für Seite einfach nur *g * u * t*!

Denn die Thematik ist und bleibt brisant und hochaktuell und so ziehe ich meinen Chaupeau vor diesem Werk und warte sehnsüchtig auf mehr.

 

Inhalt:

Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …

Good as Gone ist ein von Anfang an atemberaubend spannendes Buch darüber, wie wenig wir die kennen, die wir lieben. Amy Gentry spielt grandios mit verschiedenen Erzählperspektiven und führt die Leser auf zahlreiche falsche Fährten – bis zum fulminanten Finale.

Die Autorin:

Amy Gentry hat ihr Studium an der Universität von Chicago mit einem PhD abgeschlossen und lebt in Austin, Texas, wo sie englische Literatur an einer High School unterrichtet. Gleichzeitig arbeitet sie als freie Literaturkritikerin für die LA Review of Books und Chicago Tribune. Good as Gone ist ihr erster Roman, der noch vor Erscheinen für riesiges Aufsehen sorgte und in über 20 Länder verkauft wurde.

Fazit: 4 Sterne ***** für mein Gänsehautfeeling und die wohligen Schauer beim Lesen.

Der Roman“Good as Gone“ ist im C. Bertelsmann Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 320 Seiten und kostet 12,99 Euro und wäre mein Nervenkitzel fürs Osternest.

 

 

Welpenhandel …

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Hohes Tier

Rezension Diane Jordan

Was haben illegaler Welpenhandel, die Insel Rügen und die weibliche Spürnase Lilo Gondorf gemeinsam? Ihr wisst es nicht? Ich kann es euch verraten … Im Taschenbuch „Hohes Tier“ von Nadja Quint ermittelt die clevere Protagonistin Lilo Gondorf nun schon zum zweiten Mal auf charmante und unkonventionelle Weise. Ruckzuck wird man als Leser ins Geschehen eingebunden und ist erschreckt und fasziniert von dem, was auf der sonst eher beschaulichen und ruhigen Ostseeinsel vor sich geht. Man spürt den Wind in den Haaren, die Sonne auf der Haut und sieht die Landschaft und die Bewohner vor seinem inneren Auge, mir ging es jedenfalls so. Als großer Krimi- und Rügen – Fan und noch größere Tierfreundin, hat mich die Thematik der Lektüre stark berührt und auch betroffen gemacht. Die Machenschaften der beschriebenen Tiermafia sind zum Heulen, das Elend der kleinen Kreaturen unermesslich und für Katzen- und Hundefreunde nur schwer zu ertragen. Die Welpen sind meist noch zu jung, um von den Muttertieren getrennt zu werden. Oft sind sie stark geschwächt und auch krank, weil sie nicht geimpft wurden. Von der artgerechten Haltung ganz zu schweigen. Stellenweise war ich beim Lesen sehr, sehr wütend und habe nur noch gedacht, dass diese Verbrecher erwischt werden müssen, damit das alles ein Ende hat. Aber lest selber:

Inhalt:

Razzia auf Rügen: Das Gesundheitsamt rückt aus zum Alterssitz von Hansjoachim Segert, Bundeslandwirtschaftsminister a.D., der laut eines Nachbarn unzählige Katzen hortet. Vor Ort erwartet die Beamten eine böse Überraschung – der wunderliche Ex-Politiker versteckt nicht nur Katzen in seinem Haus, sondern auch eine Frauenleiche. Selbstmord, ergibt die Obduktion. Lilo Gondorf, patente Pensionswirtin mit Polizeivergangenheit, wittert jedoch mehr. Auf eigene Faust heuert sie im örtlichen Tierheim an – und stößt auf eine mafiöse Verbindung, die Hundewelpen aus Polen nach Deutschland schmuggelt …

Die Autorin:

Nadja Quint wurde 1959 in Ostwestfalen geboren und ist im Hauptberuf Fachärztin für Psychosomatische Medizin– ihre Kinder schämen sich noch heute dafür, wenn sie den Beruf der Mutter irgendwo angeben müssen. Dabei hilft ihr das Wissen um die Psyche des Menschen ganz ungemein, wenn sie sich ihrer liebsten Nebentätigkeit widmet: Kriminalromane schreiben. Nach mehreren historischen Krimis hat sie nun mit der Krimireihe um Lilo Gondorf, die ermittelnde Pensionswirtin aus Rügen, einen Grund gefunden, ganz oft auf die beliebte Ferieninsel zu reisen – natürlich ausschließlich zu Recherchezwecken.

Weitere Bücher der Autorin:

Halbe Miete: Ein Fall für Lilo Gondorf ermittelt 1

 Fazit: 4 Sterne für beste Krimiunterhaltung und die teils ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden- und erfolge.

„Hohes Tier“ ist im btb Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 320 Seiten und kostet 9,99 Euro und wäre mein Tipp fürs Osternest.