Abseits der Norm …

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Kommando Abstellgleis

Was „in Bedeutungslosigkeit verfallen“ und „jemanden aufs Abstellgleis schieben“ mit meiner neusten Leselektüre zu tun haben, erfahrt ihr nun :-). Als echter Krimi und Frankreich-Fan kommt ihr um dieses Buch einfach nicht herum. „Kommando Abstellgleis“ von Sophie Hénaff ist meines Erachtens die perfekte Sommerlektüre und mein Buch des Jahres. Witzig, spritzig, anders und das will für so eine Leseratte wie mich schon etwas heissen. Ein Krimi der etwas anderen Art. Vor vielen vielen Jahren, als ich Jugendliche war und Sommerferien hatte, habe ich mich immer auf die Ferien bei meiner Oma und Filme mit Louis de Funès gefreut. Dann war für mich Sommer :-). Diesen Komiker in Polizeigestalt fand ich damals urkomisch. Mein Krimispass von heute erinnert mich daran und ruft das Gefühl von einst hervor. Die Charaktere des Romans sind eckig, kantig und wenig gradlinig, die Story ist spannend und gleichzeitig herrlich witzig. Slapsticks sind vorprogrammiert. Und so lese ich Seite um Seite, grinse immer mal wieder vor mich hin und freue mich über diesen ungewöhnlichen Paris-Krimi im heimischen Garten. Und eines ist sicher, mit diesem Buch begebt ihr euch bestimmt nicht aufs literarische Abstellgleis. Aber bitte lest selber und habt Spass:

 Inhalt:

Das Pariser Hauptkommissariat, 36 Quai des Orfèvres hat eine neue Leitung. Ihr Ziel heißt: die Aufklärungsraten und Statistiken polieren und alle lästigen, aufsässigen und arbeitsunwilligen Mitarbeiter loswerden. Deshalb ruft die Führungsriege eine neue Brigade ins Leben, in der alle Alkoholiker, Faulenzer, Schläger, Depressive und Polizisten, die sich für etwas anderes berufen fühlen – wie z.B. Eva Rozière, die Krimis schreibt, anstatt zu ermitteln -, zusammengefasst werden sollen. Die Leitung übergibt sie Anne Capestan, einer einst hoffnungsvollen jungen Polizistin, die wegen eines fatalen Fehlers vom Dienst suspendiert wurde. Was man von ihr erwartet: stillhalten. Anne hasst aber nichts mehr, als einfach zu gehorchen. Deshalb lässt sie nichts unversucht und baut mit ihrer Truppe der verkrachten Existenzen in einem schäbigen Büro bei miserabler technischer Ausstattung, ohne Waffen und Blaulicht ein Kommissariat der unkonventionellen Methoden auf und löst – zum Schrecken der neuen Chefs – auch noch alte Fälle, die die neue Führungsriege in gar keinem schönen Licht erscheinen lassen … Ein origineller, schwungvoller, intelligenter Krimi – zum Schießen komisch!

Die Autorin:

Sophie Hénaff, geboren 1972, ist Journalistin, Übersetzerin und Autorin. Ihre humoristische Kolumne in der französischen Cosmopolitan hat eine riesige Fangemeinde. Kommando Abstellgleis ist ihr Krimidebüt, der Auftakt einer Serie um Kommissarin Anne Capestan. Das Buch erhielt fünf Krimipreise, war in Frankreich ein Bestseller und wurde in zahlreiche Länder verkauft.

Weitere Bücher:

 Fazit: 5 Sterne**** für dieses spannende und witzige Lesevergnügen. Ich freue mich jetzt schon auf den Herbst und die angekündigte Fortsetzung. „Kommando Abstellgleis“ ist im carl’s books Verlag erschienen. Der Krimi hat 352 Seiten und kostet 14,99 Euro.

 

 

 

Das müsst ihr wissen …

 

Wo die ungesagten Worte bleiben …

Rezension Diane Jordan

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Ein altes Gebäude, düstere Familiengeheimnisse in einem abgewetzten, usseligem Koffer, Krieg, Liebe und Tod, dass ist der Stoff aus dem dieser wundervolle Roman besteht. Die deutsche Besetzung Frankreichs, der Schrecken des Krieges, die Ausweglosigkeit und „Sein, was eigentlich nicht Sein darf“, nämlich sich in seinen Feind zu verlieben. Die Protagonisten Audrey und Rudolf perfekt gewählt, der Inhalt mitreißend geschrieben. Frankreich – Deutschland…. Ich leide und ich liebe mit, spannend geschrieben bis zur letzten Seite. Welche Geheimnisse birgt der Koffer? Was ist damals passiert? Gab es ein Happy End? Oder, ist das Grauen gar Realität geworden? Fragen über Fragen???? Wer-weiss-was? Marie Jansen inszeniert ein grandioses Lesevergnügen und ich lese, lese und lese, bis ich endlich alles herausgefunden habe ;-), denn ich bin chronisch neugierig und will das Ende unbedingt wissen!

Aus dem Inhalt:

In finsteren Zeiten leuchtet die Liebe am hellsten

Frankreich 1940. Als deutsche Soldaten das kleine Dorf Paimpont besetzen, verliebt sich die junge Französin Audrey ausgerechnet in den Sohn des Oberstleutnant, Rudolf. Ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Rudolf scheint in die dunklen Machenschaften seines Vaters verwickelt zu sein. Was verbirgt er vor ihr?

Viele Jahrzehnte später stößt die Architektin Sabine in einem sagenumwobenen Château in Frankreich auf einen Koffer mit einem blutgetränkten Brautkleid und einigen Filmrollen, auf denen eine junge Frau zu sehen ist. Sie beginnt zu recherchieren und stößt auf ein unglaubliches Geheimnis, das sie bald in Gefahr bringt …

 Über die Autorin:

Marie Jansen ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die zuvor erfolgreich exotische Sagas veröffentlicht hat. Mit Als wir Schwestern waren erfüllt sie sich den Wunsch, eine große Familiengeschichte zu erzählen. Die Autorin lebt mit ihrer Familie und ihren Pferden in Norddeutschland.

Fazit: ***** Grandios :-), ich ziehe meinen Hut „Chapeau!“ und freue mich schon auf das nächste Buch, dieser großartigen Schriftstellerin.

„Wo die ungesagten Worte bleiben“ ist im Blanvalet Taschenbuch Verlag erschienen. Es hat 416 Seiten und kostet 9,99 Euro.

 

vive la france – Ermittler auf vier Pfoten

Die Katzen von Montmartre

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Rezension Diane Jordan

Paris, hat Charme 😉 das könnt ihr mir glauben, denn ich war schon öfters vor Ort. Der Kriminalroman „Die Katzen von Montmartre“ ist einfach großartig. Es entführt den Leser, an diesen faszinierenden Ort, dieses Viertel voller Geheimnisse mit seinen vielen Treppen, unzähligen verwinkelten Gassen und Spuren der großartigen Künstler die dort gelebt und gewirkt haben. Aber, es ist auch das Quartier von unzähligen Straßenkatzen, wie zum Beispiel: Grisette, Matisse, Bonnard, Degas, Pablo und Miro, „den Ermittlern auf vier Pfoten“, die den Reiz dieses für mich besonderen Buches ausmachen. Als Reise- und Krimifan, lasse ich mit gerne auf das Spiel ein. Katzen als Kriminalermittler, das ist mal etwas anderes. Die Denkweise der Stubentiger über ihre Besitzer und die Menschen um sie herum, Ermittlungsansätze, dieses Buch hat MAGIE und ist nicht nur für Katzenliebhaber geeignet.

Aber lest selbst… Ich verrate euch nicht, wie die Geschichte ausgeht 😉

Aus dem Inhalt:

Sie liegen auf den Steinen des Friedhofs, streunen durch die Straßen von Paris und sonnen sich auf den Treppenstufen, die zur Sacré-Coeur hinaufführen. Die Katzen von Montmartre sind überall und erschnuppern oder erfühlen mit ihren Schnurrhaaren so einiges, was den menschlichen Bewohnern der Stadt nur zu leicht entgeht. Als die Leiche eines jungen Mädchens auf dem Friedhof von Montmartre gefunden wird und zudem noch die Katze Grisette, der Schwarm aller Kater, von einem auf den anderen Tag verschwunden ist, beginnen die Katzen auf eigene Pfote zu ermitteln. Hat der Mord etwas mit dem plötzlichen Verschwinden von Grisette zu tun? Und wie tief müssen die Katzen in die Geschichte des Montmartre hinabsteigen, um dieses Geheimnis zu lüften?

Über die Autorin:

Tessa Korber, 1966 in Grünstadt in der Pfalz geboren, studierte in Erlangen Germanistik, Geschichte und Kommunikationswissenschaften und promovierte im Fachbereich Germanistik. Bei btb hat sie bereits zwei Kriminalromane um die Bestatterfamilie Anders veröffentlicht. „Die Katzen von Montmartre“ ist ihr erster Katzen-Krimi. Tessa Korber lebt mit ihrem Mann und ihren Katzen in der Nähe von Würzburg.

Fazit: 5 Sterne***** Obwohl gefühlvolle Katzenpfötchen träfe es besser. Mein „must read“ 2017, da ich Krimis mit Überraschungen und dem besonderen Etwas liebe, genauso wie das hübsche gelungene Cover des Buches.

Der Kriminalroman „Die Katzen von Montmartre“ ist im btb Verlag erschienen. Das Buch hat 256 Seiten und kostet 9,99 Euro.