Steig ein …

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Die Wolkenfischerin

Diane Jordan

… wir fahren ans Meer. Einfach himmlisch dieser Gedanke. Verlockend und verführerisch, da es momentan nass und kalt ist. Ich habe extreme Sehnsucht nach der Sonne und dem Meer und lasse mich daher gerne zur Lektüre des Romans „Die Wolkenfischerin“ von Claudia Winter verführen. Denn „sitzen wir nicht generell zu wenig am Meer“? Beim Anblick des Covers gerate ich ins Träumen. Bretonisches Flair 😉 so wie ich es aus meinen Urlauben kenne. Zerklüftete Küsten, hübsche kleine Badeorte mit bunten Häusern, gestreifte Markisen unter denen sich kulinarische Leckereien befinden, zeigen faszinierende Gegensätze zu meinem Leben hier in der norddeutschen Provinz auf und begeistern mich schlagartig. Ich bekomme Lust auf eine kleine Auszeit und schnappe mir das Buch. Freudig lese ich Seite um Seite. Freunde mich mit den Protagonistinnen Claire und Gwenaelle an. Die beiden sind mir sehr sympathisch. Die Autorin hat sie, meines Erachtens, sehr gut konstruiert, detailreich beschrieben und mit nachvollziehbaren menschlichen Eigenschaften versehen. Der Schreibstil von Claudia Winter ist humorvoll, der Plot nimmt unterdessen Fahrt auf. Und wie bei einem Fischernetz fügen sich für mich beim Lesen der Geschichte die Stränge zusammen. Und mal ganz ehrlich träumen wir nicht manchmal davon einfach ein ganz, ganz anderes Leben zu führen? Alles hinter uns zu lassen und aus der Stadt zum Beispiel aufs Land zu ziehen oder vielleicht auch anders herum? Ich kann das ganz gut nachvollziehen, ein hübsches „Wolkenspiel“, was wäre wenn…. Ruckzuck tauche ich aus dem Alltag ab und habe ein wohliges Lesevergnügen. Die 400 Seiten lese ich wie im Flug. Alle meine Bedürfnisse werden gedeckt. Ich bekomme Lust auf Urlaub in der Bretagne und dieses leichte Lebensgefühl dort vor Ort, das Salz auf der Haut und den Wind in den Haaren. Ob ich wohl den beschriebenen Ort und einige Details vor Ort wiederentdecken würde? Na ja J zumindest wäre es ein guter vorgeschobener Grund, dort wieder einmal Urlaub zu machen. Oder? Aber zurück zum Buch… Puzzlestückartig löst sich alles auf, wie Wolkenbilder am Himmel. Und dieses Bild hat auf den zweiten Blick mehr mit dem Buch gemeinsam als man denkt. Denn durch ein Gespräch mit meinem Lieblingsmenschen, habe ich jetzt erfahren, dass es „vier verschiedene Wolkenfamilien“ gibt. Wusstet ihr dass? Ich nicht, aber man lernt nie aus und so bekommt das ganze Buch für mich noch mehr Sinn. Aber lest bitte selber. Genießt die gedankliche Auszeit in der Bretagne. Steigt ein, „lasst euch entführen“ und kommt gut erholt und frisch und munter zurück!

 

Inhalt:

Charmant und gewitzt hat sich Claire Durant auf der Karriereleiter eines Berliner Gourmet-Magazins ganz nach oben geschummelt. Denn niemand ahnt, dass die Französin weder eine waschechte Pariserin ist noch Kunst studiert hat – bis sie einen Hilferuf aus der Bretagne erhält, wo sie in Wahrheit aufgewachsen ist: Ihre Mutter muss ins Krankenhaus und kann Claires gehörlose Schwester nicht allein lassen. Claire reist in das kleine Dorf am Meer und ahnt noch nicht, dass ihre Gefühlswelt gehörig in Schieflage geraten wird. Denn ihr Freund Nicolas aus gemeinsamen Kindertagen ist längst nicht mehr der schüchterne Junge, der er einmal war, und dann taucht aus heiterem Himmel auch noch ihr Chef auf. Claire muss improvisieren, um ihr Lügengespinst aufrechtzuerhalten – und stiftet ein heilloses Durcheinander in dem sonst so beschaulichen Örtchen Moguériec

Die Autorin:

Claudia Winter, geboren 1973, ist Sozialpädagogin und schreibt schon seit ihrer Kindheit Gedichte und Kurzgeschichten. Als Tochter gehörloser Eltern lernte sie bereits mit vier Jahren Lesen und Schreiben, gefördert von ihrem Vater. Neben „Aprikosenküsse“ und „Glückssterne“, beide im Goldmann Verlag erschienen, hat sie weitere Romane sowie diverse Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann und den Hunden Kim und Luca in einem kleinen Dorf nahe Limburg an der Lahn.

Weitere Bücher:

Aprikosenküsse, Glückssterne

Fazit: 4****Das unterhaltsame, facettenreiche und kurzweilige Taschenbuch „Die Wolkenfischerin“ ist im Goldmann Verlag erschienen. Es hat 400 Seiten und kostet 9,99 Euro.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Deutsche Geschichte lebendig werden lassen

Als die Liebe endlich war …

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Rezension Diane Jordan

Die Thematik Geschichte ist spannend, dass fand ich schon in der Abiturzeit und habe bis heute einen Faible dafür. Ich finde es reizvoll, Aspekte der Vergangenheit zu beleuchten und mich in die Buchcharakter hineinzuversetzen. Wenn das Buch gut geschrieben ist, so wie „Als die Liebe endlich war“ von Andrea Maria Schenkel, gelingt mir das problemlos. Ruckzuck konnte ich mich daher in die Protagonisten Emmi & Carl hineinversetzen. Die Gedanken und Ängste der damaligen Kriegszeit ansatzweise nachvollziehen und die Auswirkungen auf die spätere Gegenwart und Zukunft der beiden erahnen. Der Plot entwickelt sich und baut sich Puzzlestück für Puzzlestück auf.

Die Betrachtung der Vergangenheit wird meines Erachtens durch die beschriebenen historischen Begebenheiten in diesem Taschenbuchroman bestens verarbeitet. Der Leser erfährt einiges aus der Zeit und erhält auch einen kleinen Überblick über Ereignisse der Welt und Kulturgeschichte jenseits des Tellerrandes. 400 Seiten, die Spannung und geschichtliches Wissen, geschickt in drei Zeitabschnitte vermitteln und den Leser so nicht überfordern. Das Cover zum Buch ist passend gewählt und gefällt mir außerordentlich gut. Der Neubeginn und das Wagnis im fernen Amerika ein neues Leben zu beginnen, werden meines Erachtens hier schon gut sichtbar. Und nach diesem großartigen Epochenroman schnappe ich mir nun meinen Mann und ab geht’s in „Das Auswandermuseum“ in der BallinStadt. Denn wir haben Ferien und nutzen diese Zeit 🙂 gerne für solche Aktivitäten.

Inhalt:

Als der junge Carl 1950 in New York Emmi kennenlernt, findet er bei ihr die Geborgenheit, die er seit seinem elften Lebensjahr vermisst. Mit seiner Familie floh er 1938 von Regensburg nach Shanghai und emigrierte später in die USA. Emmi hat Deutschland erst nach dem Krieg verlassen – beide wollen über die Vergangenheit schweigen, um neu zu beginnen. Jahrzehntelang führen sie ein unbeschwertes Leben. Bis Carl die Wahrheit über seine Frau erfährt.

Autorin:

Andrea Maria Schenkel, geboren 1962, lebt in Regensburg. Ihr Debüt Tannöd erregte großes Aufsehen. Der Roman wurde 2007 mit dem Deutschen Krimi Preis, dem Friedrich-Glauser-Preis und der Corine, 2008 mit dem Martin Beck Award für den besten internationalen Kriminalroman ausgezeichnet. Das Buch verkaufte sich über eine Million Mal, wurde in zwanzig Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt. Für ihr zweites Buch Kalteis erhielt sie zum zweiten Mal in Folge den Deutschen Krimi Preis.

Fazit: 4 Sterne**** für diesen packenden und spannenden Roman. Er hat mich sehr berührt und stellenweise sehr nachdenklich gemacht. Tipp: Taschentücher bereitlegen!

„Als die Liebe endlich war“ ist im Diana Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 400 Seiten und kostet 9,99 Euro.