Raumfahrer ….

Das Leuchten des Mondes

Diane Jordan

WOCHENENDE J ich heb ab, nichts hält mich am Boden… Das hübsche Cover des Romans „Das Leuchten des Mondes“ von Lydia Netzer erinnert mich sofort an den Song „Astronaut“ von Sido und Andreas Bourani. Grins, mich hält natürlich nichts davon ab, mir dieses Taschenbuch zu schnappen und mich gemütlich damit in eine Ecke zum Lesen zu verziehen. Schon auf den ersten Seiten wird mir klar, dieses Buch ist anders. Eigenartig und faszinierend zu gleich. Anders, als die Bücher, die ich sonst so lese. Die Protagonisten Sunny, Maxon und ihr kleiner Sohn Bubber sind ungewöhnlich und von der Autorin gut erdacht mit sprachlich zum Leben erschaffen worden. Wahrscheinlich stecken in den Namen der Buchhelden schon kleine Hinweise, denn Sunny (Sonne),  Maxon (Mond) sowie Bubber (Blase) spinne ich mich augenblicklich zusammen. Wer weiss, ob ich damit nicht richtig liege?!

Und als Fotografin finde ich den Mond selbstverständlich super, weil er immer wieder, genau wie weit entfernte Sterne, ein geniales Fotomotive darstellt. Aber auch Mythen rund um den Mond und die Erde reizen mich, genau wie diese ungewöhnliche kleine Geschichte. Kulturreales mit einem Schuss Fantasie, dem Leser nähergebracht anhand mathematischer Formeln, wie einst in der Schule. Trotzdem erinnert mich das Ganze ein wenig an „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“, denn Missverständnisse sind so vorprogrammiert, wenn der Partner ständig als „Mann im Mond“ unterwegs ist. Und so hat Sunny „alleine“ einiges auszuhalten, genau wie zahlreiche andere Familien auch, deren Männer zu Geschäftsreisen aufbrechen und nicht daaaaaaa sind. Und die dann den Haushalt, Kinder und alles drum herum „wuppen“ müssen. Und das man sich dabei, wie auf verschiedenen  Planeten, eben Erde und Mond fühlt, wundert mich ebenfalls nicht. Und trotzdem kann man beim Lesen, die Liebe der Beiden zueinander sowie was die beiden verbindet, zwischen den Seiten spüren. Zum Träumen schön und daher würde ich empfehlen, diesen Blick ins All zu wagen.

Inhalt:

Als Maxon Sunny zum ersten Mal traf, war er sieben Jahre, vier Monate und achtzehn Tage oder – in seinen Worten – 2693 Erdumdrehungen alt. Maxon war anders. Zusammen waren sie anders. Und auch heute noch, zwanzig Jahre später, führen die beiden keine gewöhnliche Ehe. Maxon ist Astronaut geworden. Während er zwischen Himmel und Erde schwebt, versucht Sunny in der idyllischen Kleinstadt in Virginia die Fäden der kleinen Familie zusammenzuhalten. Alles geht gut, bis zu dem Tag, als sie einen Autounfall hat. Obwohl harmlos, löst er eine Lawine in Sunnys Leben aus. Da ist ihr kleiner autistischer Sohn, um den sie sich sorgt. Da ist ihre schwerkranke Mutter, um die sie sich kümmert. Da sind ihre eigenen Wünsche, die sie bislang immer unterdrückt hat. Und wie immer ist Maxon nicht zur Stelle, um sie zu unterstützen. Schlimmer noch: Auf dem Weg ins All, passiert etwas Unvorhergesehenes …

Die Autorin:

Lydia Netzer wurde in Detroit geboren und wuchs unter dem endlos weiten Sternenhimmel des Mittleren Westen auf. Unzählige Nächte verbrachte sie wach, den Blick auf die Sterne gerichtet, und dachte sich Geschichten aus. Heute lebt sie mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern, zwei Boston Terriern und einem Pferd auf einer Farm in Virginia.

Fazit: 4**** Der Roman „ Das Leuchten des Mondes“ ist im btb Verlag erschienen. Das Taschenbuch 384 hat Seiten.

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Für Kaffeegenießer….

Die Frau des Kaffeehändlers

Diane Jordan

Der Duft von frisch gemahlenen Kaffeebohnen, der durchs Haus zieht. Einfach unbeschreiblich, dass muss man sich ab – und an einfach gönnen. Mit meiner frisch aufgebrühten Tasse Kaffee und meinem neuesten Roman „Die Frau des Kaffeehändlers“ von Susanne Rubin, sitze ich nun genüsslich auf dem Sofa. Der Regen klopft „Herbst-Blues-mäßig“ ans Fenster und ich lehne mich entspannt zurück und fange gebannt an zu lesen. Denn dieses Taschenbuch hat alles, was mich augenblicklich in den Bann zieht. Historie, Familiengeschichte, Liebe mit einem Hauch erdachten. Haaach, ein Schlückchen vom heißen Getränk und ich drifte wieder ins Jahr 1896. Der Roman ist in unterschiedliche Zeitebenen eingeteilt, das finde ich ganz prickelnd und aufregend. Für meinen Geschmack steigert das die Spannung ungemein. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit hat was, obwohl ich manchmal ganz schön acht geben muss, damit ich die Protagonisten Amalia, Helene, Paul sowie Melina richtig einordne. Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil und die Story ist gut erdacht und konstruiert. Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, dass es sich tatsächlich so in meiner Lieblingsstadt Hamburg abgespielt haben könnte, wenn es denn tatsächlich so gewesen wäre. Und, grins, von Darboven bis Tchibo sowie Nord Coast Coffee Roastery, Speicherstadt Kaffeerösterei,   Public Coffee Roasters kommen mir so einige Kaffeeröstereien in den Sinn.  Aber wahrscheinlich wird diese alte Kaffeerösterei auch eher in der Speicherstadt angesiedelt gewesen sein, wie auch das Kaffeemuseum, das es dort tatsächlich gibt. Mein Kopfkino springt an und ich versetze mich in die damalige Zeit. Versuche beim Lesen die jeweiligen Orte gedanklich zu erahnen. Lasse meinen Blick über den Fleet und die Barkassen gleiten und stelle mir die alten Gemäuer und die Räumlichkeiten vor meinem geistigen Auge vor. Im Buch erfährt man so einiges, vom Anbau bis zur hübschen alten Kaffeekanne und der ganze Plot ist, ähnlich wie ein guter Kaffee „aromatisch, bekömmlich, frisch und heiß“ aufbereitet, etwas für Lese-Feinschmecker, wie mich.  Ganz abgesehen von der Dramatik und Tragik, die alte Familiengeschichten meist so haben und mich immer und immer wieder neu begeistern und faszinieren. Jedenfalls habe ich das Buch in Rekordzeit gelesen und bin fast ein wenig traurig, als ich es beendet habe.   

Inhalt:

Das Erbe einer Familiendynastie. Das Schicksal dreier Generationen. Eine ergreifende Liebesgeschichte.

Hamburg, 1896: Um vom Bankier Ferdinand Claasen einen Kredit zu erhalten, willigt der ehrgeizige Kaufmann Paul Friedrich Magnussen ein, dessen älteste Tochter Amalia zu heiraten. Amalia ist eine kluge Frau und mit ihrer Hilfe gelingt es Paul, seinen Kaffeehandel zu einem florierenden Unternehmen auszubauen. Doch Amalia ahnt nicht, dass er sich eigentlich von Anfang an zu ihrer schönen Schwester Helene hingezogen fühlte …

Über ein Jahrhundert später entdeckt Melina Peters in der Hinterlassenschaft ihrer Großmutter Hinweise auf eine Verbindung zu der Kaffeehändler-Dynastie. Sie bewirbt sich bei P.F. Magnussen und wird die Assistentin des faszinierenden Leonard Magnussen. Von da an taucht sie immer tiefer in die privaten Schicksale ein, die hinter der offiziellen Familiengeschichte im Verborgenen liegen. Sie ahnt nicht, wie sehr diese mit ihrem eigenen Leben verknüpft sind …

Die Autorin:

Susanne Rubin ist eine waschechte „Hamburger Deern“. Zusammen mit ihrem Mann, einem pensionierten Kriminalbeamten, lebt sie in ihrer geliebten Heimatstadt. Nach eigener Aussage ist ihr Mann ihr persönlicher Held, und ihre inzwischen erwachsenen Söhne bezeichnet sie als die wunderbarsten der ganzen Welt. Sie liebt das Schreiben und Spieleabende mit ihrer Familie.

Fazit: 5***** Der Roman „Die Frau des Kaffeehändlers“ ist im Heyne Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat  464 spannende Seiten und ein recht hübsches Cover, wie ich finde.

Kochbuch für Cineasten & TV-Freaks …

Filmreif kochen: Von Game of Scones bis Jurassic Pork- leckere Schweinereien für Film- und Serienfans

Diane Jordan

Quadratisch, praktisch, sensationell. Das Cover meines neuesten Buches sieht hammermäßig aus. In schwarz gehalten, ein Regiestuhl im dezenten grau, darüber in leuchtend roten Buchstaben der Titel des Kochbuches: Filmreif kochen. Der Name der Autorin klingt witzig: Eva Dotterweich. Ich schlage das Buch begeistert auf und werde nicht enttäuscht. Gebannt schaue ich mir die Rezepte an und lege innerlich schon fest, dass ich diese mit meinem Lieblingsmenschen in unserer Küche umsetzen werde. Als begeisterte Kinogängerin spricht mich das Buch mega an. Als Fotografin natürlich noch mehr, denn da wird mein Ehrgeiz geweckt, diese trendigen Speisen nach zu kochen und ebenfalls „filmreif“ zu präsentieren. Und so teste ich angetan „Filmreife Originale“, „Genuss in Serie“, „Cookbuster“ und „Meine Liste“. Vorab immer ein leckerer Drink, ähnlich wie die TV Köche im Fernseher bei der Zubereitung ihrer Gerichte. Die Ingwer-Limo hat uns sehr gut gemundet, soviel sei an dieser Stelle verraten und wir haben sie unterdessen des Öfteren getrunken. Der Filmklassiker „Jurassic Park“ dürfte wohl jedem geläufig sein. Dieser Abenteuerfilm mit leichtem Dinosaurier-Horror-Effekt aber als Jurassic Pork (Lass die Sau raus) in rezepttaugliche Fassung zu bringen, finden mein Lieblingsmensch und ich gleichermaßen originell, wie genial.  Und so wurden in unserer Kleinstadtküche begeistert geklappte Vinosaurier-Schnitzelchen in Kräuterwald-Sahnesauce produziert, aufgetischt und verspeist.  Aber auch die aus „Orange Is The New Snack“ feine Kürbis-Tomaten-Suppe mit Hähnchenspießen oder der Papaya-Lachs-Salat mit Kokosdressing war großartig. Grins, vielleicht ein kleiner Hinweis für den nächsten Leser/in: Die Herausgeberin scheint frisch verliebt zu sein ;-), die Salzmenge würde ich nach Bauchgefühl überall reduzieren.  Aber, dass ist ja nur nach meinem eigenen Geschmacksempfinden und kann beim nächsten Menschlein ja schon wieder ganz anders sein. Das Buch hat jedenfalls alles, was ein „gutes“ Kochbuch haben muss. „Cold Drinks und Hot Meal“ und ich möchte am liebsten eine Fortsetzung, z.B. Serienfilmhelden unserer Kindheit, wie Bonanza, Enterprise, Lassie, Flipper, Furry, Black Beauty, Vicky, Heidi… Da könnte man doch was draus machen?! Aber guckt erst mal ins wirklich gelungene Buch „Filmreif kochen“. Es lohnt sich!

Inhalt / Klappentext:

Ob House of Tartes oder Orange is the New Snack – die besten Serien und Filme fangen jetzt schon in der Küche an. Rolle filmreifen Rezepten den roten Teppich aus. Die Stars sind: Knuspriges und Knabbereien, Nervenfutter und ausgezeichnete Desserts für den Abspann. Hier geht schon beim Durchblättern das Kopfkino los.

Die Autorin:

Eva Dotterweich hat einen coolen Namen, der das Kopfkino ebenfalls anspringen lässt, meines zumindest. Ob er ein PR Gag ist oder vielleicht ihr richtiger Name, konnte ich leider nicht rausfinden ;-). Jedenfalls beschäftigt sie sich seit vielen Jahren, laut Autorenprofil, erfolgreich und wie ich finde witzig, mit Ernährung, Gesundheit und Fitness. Ihrer Vita kann man entnehmen, dass sie seit ihrem Studium für verschiedene renommierte Buchverlage tätig ist und ihren Schwerpunkt stets beim Thema Gesundheit setzt. Das finde ich prima. Ihr Buch: Clean Eating, stellt eine bewusste und ganzheitliche Ernährungsform vor. Mit vielen frischen und vor allem natürlichen Bio-Lebensmitteln, dem Verzicht auf Weißmehl und raffinierten Zucker und viel Bewegung fühlt sich Dotterweich rundum wohl und das merkt man auch ihren Büchern an.

Mehr Bücher der Herausgeberin:

Kitchenkarma statt Küchendrama: Der leckere Weg zur Erleuchtung, Iiihh! war gestern: Rasend leckere Rezepte für Kinder und ihre semidisziplinierten Eltern, Feiern. Flirten. Fingerfood.: Die besten Partys finden in der Küche statt, Clean Eating Kochbuch

Fazit: 5***** „Filmreif kochen“ ist im Bastei Lübbe Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat 160 fantastische Seiten, voller genialer Rezepte und Fotos.

Ungelöste Kindermorde …

Das Mädchen Jannie

Diane Jordan

In diesem Herbst, scheint es momentan bei den aktuellen Krimis und Romanen, warum auch immer, um Kindesmissbrauch, Prostitution und ungeklärte Kinder-Todesfälle zu gehen. Ob das Zufall ist? Das bezweifle ich! Oder soll der Leser dadurch besonders geschockt und sensibilisiert werden, um auf diese Missstände hinzuweisen. Vielleicht denken die Autoren auch unisono, dass die Leser heute abgebrühter durch die Krimis im TV sind und daher den härteren Toback benötigen. Petra Hammesfahr hat sich jedenfalls in ihrem Roman: Das Mädchen Jannie mit dieser dunklen Szene, ihren ekelerregenden Typen und Peinigern auseinandergesetzt und ihren  Protagonisten mit gekonnten Beschreibungen Leben eingehaucht. Der ermittelnde Kommissar Klinkhammer, der mir schon aus  „Als Luca verschwand“  bekannt und vertraut ist, tut mir diesmal fast ein wenig leid, weil er so auf der Stelle tritt und immer nicht rechtzeitig zur Stelle ist. Da wird einem als Leser so richtig bewusst, dass die Polizei dein Freund und Helfer, auch nur ganz „normale“ Menschlein sind. Und das der Beruf des Kommissars durchaus unschöne Seiten hat, denn mit diesen vielen Kinderleichen im Kopf und vor dem geistigen Auge, ist es bestimmt nicht angenehm für Kommissar Klinkhammer am Abend schlafen zu gehen. Der Autorin gelingt es jedenfalls mich mit ihrem Spannungsroman zu schockieren. Ich schwanke zwischen pervers und ekelerregend. Als Vielleserin und Krimifan, bin ich einiges gewohnt. Diese Lektüre geht mir dann aber doch etwas zu weit, obwohl ich mir durchaus vorstellen kann, dass es „kranke Seelen“, die Kindern so etwas antuen, tatsächlich gibt.  Und das da die Realität wahrscheinlich noch mehr zur Sache geht und dies nur die abgeschwächte  Version ist, um den Leser nicht ganz zu verlieren. Der Polizei- und Psycho-Thriller ist meines Erachtens, nichts für schwache Nerven und zartbesaitete wie mich. Ich bin für diese Buch einfach zu sensibel und leide mit den Opfern mit, die Stimmungen nehmen zu sehr mit und eigentlich möchte ich nun nur noch von meinem Lieblingsmenschen ganz fest in den Arm genommen werden. Letztendlich bin ich froh, dass  ich den Roman unbeschadet überstanden habe. Dabei kommt das Cover, noch recht harmlos daher. Da sieht man, in einer doch eher idyllischen Landschaft bei Starkregen, ein kleines Mädchen auf ein abgelegenes Haus zulaufen…. Am liebsten möchte ich sie warnen!! 

Inhalt:

Vom Großvater an Miro verkauft, zieht die elternlose Jannie mit einigen Frauen bettelnd über Land. Sie weiß nicht, ob sie zehn oder schon elf Jahre alt ist, aber sie weiß von Kindern, die in feinen Häusern arbeiten müssen, weil sie für den Straßenstrich zu jung sind. Während Kommissar Klinkhammer sich bemüht, Licht ins Dunkel um sieben verscharrte Kinderleichen zu bringen, gelingt Jannie die Flucht. Sie wird von Dieter auf seinem einsamen Hof aufgenommen und kümmert sich liebevoll um dessen Mutter. Die alte Frau liegt gelähmt und stumm im Bett, mit Augenzwinkern versucht sie Jannie begreiflich zu machen, in welcher Gefahr sie schwebt. Doch Jannie kennt keine Morsezeichen …

Die Autorin:

Petra Hammesfahr wurde mit ihrem Bestseller »Der stille Herr Genardy« bekannt. Seitdem erobern ihre Spannungsromane die Bestsellerlisten, werden mit Preisen ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt, wie auch »Die Sünderin«. Der Roman wurde unter dem Titel »The Sinner« mit Jessica Biel in der Hauptrolle als erfolgreiche US-Fernsehserie produziert und läuft derzeit weltweit auf Netflix.

Fazit: 4**** Der Roman „Das Mädchen Jannie“ ist im DIANA Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat 512 spannende Seiten.

Magisches Denken …

Diane Jordan

Eine mystische Wanderung durch den herbstlichen Wald, hinterher ein gutes Buch und eine heiße Tasse Tee. Mein neuester Roman „Der Kinderflüsterer“ von Alex North hat ein ansprechendes Cover. Die Farbgebung ist in düstern grauschwarz, die Schrift des Titels erhaben in einem Weißton. Dann in einem gummiartigen Gelbton, ein  halber Schmetterling, der mit einer langen Nadel angepinnt zu sein scheint. Den Buchrücken ziert dann der ganze Schmetterling und die Rückseite des Romans lässt einem beim Lesen eine kleine Gänsehaut generieren. Spannend, das muss ich unbedingt lesen, zumal auf dem Cover ein knallroter Button angebracht ist, auf dem steht: Der Bestseller des Jahres —- Vergessen Sie alles andere. Das hört sich doch vielversprechend an. Und da ich gerne und viel lese, besonders Krimis, lasse ich mich flugs in den Bann ziehen. Der Plot ist fesselnd und unheimlich. Ich empfinde es jedenfalls so, besonders wenn Kinder involviert oder betroffen sind. Vielleicht geht es mir deshalb so unter die Haut und macht mich auch so betroffen. Jedenfalls bin ich froh, dass ich das Buch im Hellen angefangen habe zu lesen. Grins :-), tagsüber verliert es für mich immer etwas an Schrecken. Sonst bilde ich mir schnell ein, aus den Augenwinkeln etwas Gruseliges wahrzunehmen. Sei es eine Spinne oder aber wie hier, das personifizierte Böse. Die Story fesselt mich ungemein und so kommt es zu mehreren schaurigen Zwischenfällen, in denen ich die beiden Protagonisten Tom und den kleinen Jake, am liebsten warnen würde. Psychologisch fein ausgeklügelt, ein Mix aus Krimi, leichtem Thriller und einer Spur Übernatürlichem. Da bekommt man beim Überfliegen der Seiten, ob man will oder nicht, Schnappatmung. Und meine Gedanken driften ab, als ich den Zusammenhang zwischen dem Fangen und sammeln der Schmetterlinge verstehe und  langsam ahne, wer hinter der mysteriösen Geschichte steckt. Und das Spielchen: „Ich sehe was, was du nicht siehst“, auf einmal eine andere Bedeutung bekommt. Traurig und sehr, sehr berührend.  Der Schreibstil des Autoren ist der Thematik angemessen und wirkt auch noch etwas nach, nachdem ich das Buch beendet habe, da ich mir durchaus vorstellen kann, dass tragische Ereignisse für solche Ursachen in Frage kommen. Aber lest bitte selber und bildet euch eure eigne Meinung zum Pageturner.

Inhalt:

Sein Flüstern hinterlässt eine tödliche Spur … »Lesen auf eigene Gefahr!« A. J. Finn

Nach dem plötzlichen Tod seiner geliebten Frau will Tom Kennedy mit seinem kleinen Sohn Jake neu anfangen. Ein neuer Start, ein neues Haus, eine neue Stadt – Featherbank. Doch der beschauliche Ort hat eine düstere Vergangenheit. Vor zwanzig Jahren wurden in Featherbank fünf Kinder entführt und getötet. Der Mörder wurde unter dem Namen »Kinderflüsterer« bekannt und schließlich gefasst.
Die alten Geschichten interessieren Tom und Jake nicht. Als jedoch ein kleiner Junge verschwindet, machen Gerüchte die Runde, dass der Täter von damals einen Komplizen gehabt habe. Und Jake beginnt, sich merkwürdig zu benehmen. Er sagt, er höre ein Flüstern an seinem Fenster …

Die Autor:

Alex North, geboren und aufgewachsen in Leeds, England, studierte Philosophie und arbeitete nach seinem Abschluss an der Fakultät für Soziologie und Sozialpolitik. Insgeheim hegte er aber immer den Wunsch zu schreiben. Auf die Idee zu seinem Roman »Der Kinderflüsterer« brachte ihn ein merkwürdiger Ausspruch seines kleines Sohnes, der sagte, er wolle mit einem »Jungen im Boden« spielen. Alex North lebt bis heute in seiner Heimatstadt Leeds, inzwischen mit seiner Frau, dem gemeinsamen Sohn und zwei Katzen.

Fazit: 4**** Der Roman „Der Kinderflüsterer“ ist im blanvalet Verlag erschienen. Das broschierte Buch hat 448 unheimliche Seiten.

Bucket List …

Das Zimmer der Wunder

Diane Jordan

Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter….

Sekunden, Bruchteile die dein Leben verändern. Ich kann davon ein Lied singen. Und bin deshalb vielleicht besonders sensibel, was solche Themen angeht. „Das Zimmer der Wunder“, vom französischen Schriftsteller Julien Sandrel  ist laut der Elle ein „Feel-Good-Roman voller Emotionen“ . Als Mutter kann ich die Ängste und Sorgen, die einen befallen, wenn die eigenen Kinder am Straßenverkehr teilnehmen, sehr gut verstehen. Und die Gedanken, ob die Kinder wieder heil nach Hause kommen, kenne ich ebenfalls. Das Taschenbuch das aus dem französischen von Claudia Marquardt übersetzt wurde, geht jedenfalls mächtig unter die Gürtellinie. Sie trifft einen wunden Punkt und wühlt emotional mächtig auf. Das Wunder des Daseins und des Lebens bekommt auf einmal einen ganz neuen Stellenwert. Diese Ehrfurcht, die man schon vor der Geburt des Kindes empfunden hat, bekommt einen ganz neuen Stellenwert. Aber auch die Angst um das Leben des eignen Kindes in Gefahrensituationen, wird vom Autoren gut aufgegriffen und authentisch beschrieben. Die Protagonistin Thelma und ihr Sohn Louis sind vortrefflich gewählt und ausführlich beschrieben. Die Ängste und Sorgen, bezüglich des im Koma liegenden Sohnes nachvollziehbar und sehr emotional geschildert. Der Schreibstil und die Wortwahl ist der packenden Thematik angepaßt. Ob man will oder nicht, man bekommt Gänsehaut und spürt förmlich die Schmerzen, Angst und Pein. Die nackte Angst und pure Verzweiflung die Thelma die Bucket-List ihres Sohn Louis abarbeiten lässt, um den Lebenswillen ihres Kindes zu entfachen. Und um festzustellen, dass das Leben kurz und manchmal gefährlich ist. Und das ein Innehalten und Ehrfurcht dem Leben gegenüber auf keinen Fall schaden kann. Das „Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter“ geht unter die Haut, ich empfehle einen Haufen Taschentücher parat zu legen.  Und diese Zuversicht, Ereignisse, dessen zustande kommen man sich nicht erklären kann, als großes Wunder zu bezeichnen finde ich trefflich und passend. Natürlich als er dass „Am Ende wird alles gut“, den Plot beschließt. Wenn es nicht gut wird, ist es auch nicht das Ende“, und das passt bei diesem Roman perfekt. Das Cover ist für mich ebenfalls ein Sinnbild für ein buntes Leben. Die angedeutete Silhouette von Paris, das Flugzeug am Himmel und alles gerahmt von bunten Blüten.

Inhalt:

Manchmal ist das Leben selbst schon Wunder genug

Nur ein Moment, doch er kann alles verändern. Das erfährt Karrierefrau Thelma am eigenen Leib, als ihr Sohn Louis durch einen LKW von seinem Skateboard gerissen wird. Louis überlebt schwer verletzt, liegt im Koma. Vier Wochen – wenn sich sein Zustand bis dahin nicht verbessert, sehen die Ärzte wenig Hoffnung. In ihrer Verzweiflung findet Thelma in Louis‘ Zimmer eine Liste mit Dingen, die er sich fürs Leben vorgenommen hat: Karaoke singen, einen Marathon laufen, ein Duett mit einem bekannten Rapper … Thelma beginnt seine Wünsche für ihn zu erfüllen. Wird es ihr gelingen, dadurch seinen Überlebenswillen zu wecken?

Autor:
Julien Sandrel, geboren 1980 in Südfrankreich, lebt heute mit seiner Frau und den beiden Kindern in Paris. Die Idee zu seinem Debütroman »Das Zimmer der Wunder« kam ihm, als er sich eines Tages in einer brenzligen Situation Gedanken darüber machte, was wäre, wenn seinen Kindern im Straßenverkehr etwas passieren würde. Der Roman wurde in Frankreich von der Presse gefeiert, noch vor Erscheinen in 26 Länder verkauft und wird derzeit verfilmt.
Fazit: 5***** „Das Zimmer der Wunder“ von Julien Sandrel ist im Penguin Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 288 packende Seiten.

Puzzlespiel …

Die Lüge

Diane Jordan

Zurück aus dem Urlaub, ist die Wäsche zwar frisch gewaschen, leider aber noch nicht gebügelt. Da bietet es sich geradezu an, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Dem doch eher langweiligen, aber durchaus nötigen Bügelspaß, etwas aufzupeppen und mit einem super Hörbuch zu toppen. „Die Lüge“ von Mattias Edvartsson, scheint mir da als Krimi-Fan, sehr geeignet. Das Cover sieht ansprechend aus und zack habe ich die Kopfhörer auf den Ohren. Der dramatische Nervenkitzel spielt im schwedischen Lund. Das finde ich schon mal sehr gut, da ich dort schon einmal war und mir daher vorstellen kann, wie es dort so ist. Die Protagonisten Adam, Ulrika und Stella wirken auf den ersten Blick, eher harmlos und spießig und wie eine Durchschnittsfamilie. Die Geschichte wirkt alltäglich und als Zuhörer kann man sich durchaus vorstellen, dass es so in „normalen“ Familiengebilden auch laufen könnte. Allerdings fällt mir sofort auf, dass der Vater Pfarrer und die Mutter Rechtsanwältin ist. Mein Kopfkino springt an und ich lasse mich in den Sog der durchaus spannenden Geschichte ziehen. Der Plot ist so gestaltet, dass man als Zuhörer in drei separaten Teilen, Stückchen für Stückchen, ähnlich wie beim Puzzle spielend „scheinbare“ Wahrheiten erfährt, die nach und nach auch Sinn machen und zum Verständnis der Geschichte beeitragen. Auffällig scheint mir dabei nur, dass alle drei lügen, dass sich die Balken biegen. Von einem Pfarrer und einer Anwältin hätte ich das allerdings eher nicht erwartet. Allerdings darf man meines Erachtens nicht außer Acht lassen, dass sie ihre nicht so einfache Tochter schützen wollen, weil sie Stella verständlicher Weise sehr, sehr lieb haben. Aber bei Mord hört der Spaß ja bekanntlich auf und so ist es nicht verwunderlich, dass die Tochter sich vor Gericht mit einer Mordanklage wiederfindet. Die Charaktere der einzelnen Familienmitglieder werden, meiner Meinung nach, vom Autoren Edvartsson gut beschrieben. Als Zuhörer entstehen daher gute Bilder vor dem inneren Auge und der psychologische Nervenkitzel, mit dem doch sehr hohen Spannungsbogen, steigt von CD zu CD. Mir persönlich gefällt mein Schwedenkrimi zum Bügeln sehr gut.  Land, Leute und Plot sind hervorragend gewählt und es wird den Figuren ein entsprechendes  Leben eingehaucht. Fantastisch von den drei Sprechern vorgetragen, finde ich es fast ein wenig schade, als der Hörgenuss vorbei ist. Denn das war wirklich eine tolle, gedankliche Auszeit vom stumpfsinnigen Bügeln.

… Eine fast perfekte Familie, ein brutaler Mord, drei Wahrheiten …

Inhalt:

Verborgen hinter Lügen, liegt eine Wahrheit, die nie ans Licht kommen sollte …

Lund, Schweden: eine ganz normale Familie. Adam ist Pfarrer, Ulrika Anwältin und Stella ihre rebellierende Tochter. Kurz nach ihrem 19. Geburtstag wird Stella als Mordverdächtige verhaftet. Ein Mann wurde erstochen aufgefunden. Doch woher hätte sie den undurchsichtigen und wesentlich älteren Geschäftsmann kennen sollen und vor allem, warum hätte sie ihn töten sollen? Adam und Ulrika müssen sich fragen, wie gut sie ihr eigenes Kind wirklich kennen – und wie weit sie gehen würden, um es zu schützen …

Autor:
Mattias Edvardsson lebt mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Töchtern außerhalb von Lund in Skåne, Schweden. Wenn er keine Bücher schreibt, arbeitet er als Gymnasiallehrer und unterrichtet Schwedisch und Psychologie. Mit seinem Roman »Die Lüge« eroberte er auf Anhieb die Top 10 der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurde nicht nur von den Lesern gefeiert, sondern auch von der Presse hochgelobt.

Sprecher:
Anna Thalbach, geboren 1973, lebt und arbeitet in Berlin. 2008 erhielt sie den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin und gehört zu den gefragtesten Hörbuchsprecherinnen Deutschlands. Für Random House Audio liest sie beide Romane von Katherine Webb.

Nellie Thalbach, geboren 1995 in Berlin, ist die Tochter der Schauspielerin Anna Thalbach, sowie die Enkelin der Schauspielerin Katharina Thalbach. Sie selbst ist, der Familientradition folgend, ebenfalls Schauspielerin. Seit 2011 spielt sie regelmäßig an der Komödie am Kurfürstendamm und war auch schon im Deutschen Theater Berlin zu sehen. Auch in TV und Kino spielte sie bereits mehrere Rollen.
Fazit: 5***** „Die Lüge“ von Mattias Edvardsson ist im Random House Audio Verlag erschienen. Die zwei CDs werden einfühlsam und beeindruckend von Anna und Nellie Thalbach sowie von Hannes Hellmann vorgetragen.